Neumünster : Zu wenig Wohnungen für Ältere

Etwa 50 Interessierte waren ins Begegnungszentrum gekommen, um die Resultate der Befragung zu erfahren.
Etwa 50 Interessierte waren ins Begegnungszentrum gekommen, um die Resultate der Befragung zu erfahren.

Das Seniorenbüro stellt im Begegnungszentrum am Wernershagener Weg die Ergebnisse einer Umfrage in Faldera vor.

shz.de von
15. Juni 2018, 07:15 Uhr

Neumünster | Welche Freizeit- und Betreuungsangebote gibt es für die älteren Bewohner in Faldera? Wie steht es um die Themen Bewegung und Gesundheit? Sind die Versorgungs- und Einkaufsmöglichkeiten ausreichend? Zwischen Februar und April waren haupt- und ehrenamtlicher Interviewer im Stadtteil ausgeschwärmt, um mehr zur Lebenssituation und zu den Wünschen der Generation 65 plus in Faldera zu erfahren.

Romi Wietzke vom Seniorenbüro der Stadt und Projektleiterin Elke Kuchler stellten die Ergebnisse am Mittwoch vor rund 50 interessierten Besuchern im Begegnungszentrum am Wernershagener Weg vor. Sie sind durchaus repräsentativ: 850 der 1200 älteren Bewohner von Faldera waren angeschrieben worden. 148 ließen sich befragen.

„Faldera wird älter, damit steigt der Versorgungs- und Betreuungsbedarf“, sagte Romi Wietzke. Mobilität so lange wie möglich – das stehe in vielen Interviews im Vordergrund. Ein oft geäußerter Wunsch ist ein Fahrdienst für Einkäufe, zu Veranstaltungen und für Behördengänge. Zudem fehle eine Bus-Querverbindung zum Freesen-Center. Die unzureichende hausärztliche Versorgung im Stadtteil wurde ebenso moniert wie fehlende Apotheken und Bankfilialen. Es gibt in Faldera nur noch Geldautomaten.

„Eigentlich alle wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben“, sagte Elke Kuchler. Manche würden ihr Haus auch gegen eine Wohnung tauschen. „Aber das Angebot dafür ist im Grunde gar nicht vorhanden“, so Elke Kuchler zum Stichwort altersgerechtes Wohnen.

Die Hälfte der befragten Senioren sprach von einer funktionierenden Nachbarschaft in Faldera. Es gibt aber auch die Aussage: Durch den Generationenwechsel gebe es weniger Kontakt zu Nachbarn. Als Themen bewegen die Senioren in Faldera der schlechte Zustand vieler Straßen und Wege. In 30er-Zonen werde oft zu schnell gefahren.

„Mit der Befragung haben wir jetzt erste Erkenntnisse“, freute sich Hans Georg Stanull aus dem Stadtteilbeirat.

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