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Schulweg : Zu Fuß zur Schule: Grundschüler wollen Autos der Eltern verbannen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

1160 Grundschüler wollen in den kommenden drei Wochen zu Fuß, per Rad oder Bus zum Unterricht kommen.

Gestern, 12.15 Uhr an der Timm-Kröger-Schule in Brachenfeld: Trotz Halteverbots parken rund 20 Autos am Pestalozziweg. Eltern holen ihre Kinder ab, dazwischen wuseln Radfahrer. Mehrfach kommt es zu gefährlichen Situationen. Das ist Alltag, nicht nur an dieser Grundschule. Mit der Aktion „Zu Fuß zur Schule – Wege für ein besseres Klima“ will die Stadt in Kooperation mit der Kreis-Verkehrswacht und den Stadtwerken nun Abhilfe schaffen. 1160 Schüler aus 53 Klassen an sieben Grundschulen wollen ab Montag drei Wochen lang zu Fuß, mit dem Rad oder per Bus zum Unterricht kommen.

Dafür gibt es täglich einen Stempel im Schulweg-Pass, den jedes Kind erhalten hat. Nach Ende der Aktion melden die Klassen ihre Ergebnisse. Die gesammelten Stempel werden addiert und als sogenannte „grüne Meilen“ an das Klima-Bündnis weitergeleitet. Das ist ein europäisches Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich verpflichtet haben, das Weltklima zu schützen. Die Mitgliedskommunen setzen sich für die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ein. Das Klima-Bündnis wird alle gesammelten Meilen auf der 19. UN-Klimakonferenz in Warschau Mitte November überreichen.

Aber nicht nur der Umwelteffekt steht im Fokus: „Der Weg zur Schule ist ein Erlebnis und eine wichtige Erfahrung für Kinder. Sie handeln selbstständig, erleben Gemeinschaft und nehmen ihre Umgebung intensiv wahr“, sagt Heike Dörner, Kreisfachberaterin für Verkehrserziehung. Stefan Lehmann von der Kreis-Verkehrswacht betont, dass eigenständige Erkundung und Übung mehr Sicherheit bringe: „Die hohen Unfallzahlen von Kindern in Neumünster können wir nicht senken, wenn die Kleinen mit dem Auto der Eltern gebracht werden“, sagt er.

Schulleiterin Martina Behm-Kresin erhofft sich einen nachhaltigen Effekt der Aktion. „Wenn die Eltern sehen, dass ihr Kind den Schulweg gut meistert, brauchen sie es nicht mehr bis vor die Tür zu fahren. Denn jedes Auto vor Schulen ist eines zuviel.“ Kommentar auf Seite 16

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erstellt am 06.Sep.2013 | 07:45 Uhr

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