Tierpark Neumünster : Zoo-Mitarbeiter finden Brötchen mit Reißzwecken und Büroklammern in Futtertonne

Eins von vier Brötchen, die in der Tonne für Futterspenden vor dem Tierpark entdeckt wurden.

Eins von vier Brötchen, die in der Tonne für Futterspenden vor dem Tierpark entdeckt wurden.

Tiere wie Esel oder Ponys hätten an der gefährlichen Futterspende sterben können, sagt die Zoodirektorin.

shz.de von
03. April 2018, 17:10 Uhr

Neumünster | Am Ostermontag haben Mitarbeiter des Tierparks Neumünster vier Brötchen mit Reißnägeln und Büroklammern bestückt in der Futterspenden-Tonne gefunden. Während der Sortierung der Futterspenden entdeckten sie die gefährlichen Teile und konnten verhindern, dass die Brötchen an die Tiere verfüttert wurden. Ein Unbekannter muss die gefährliche Futterspende in der Zeit zwischen 9 und 15 Uhr abgegeben haben. Eine Anklage wurde nicht erhoben.

Der Zoo Neumünster mit seinen rund 700 Tieren wurde 1951 eröffnet.

Die Mitarbeiter des Tierparks sind geschockt und wütend. Nach langem Überlegen haben sie sich dazu entschieden, mit einem Facebook-Post über die Tat zu berichten. „An die kranke Person die uns gestern mit Reißnägeln und Büroklammern präparierte Brötchen in unsere Futtertonne geworfen hat.... was soll sowas? Man muss uns nicht mögen... wenn man ein Problem mit uns hat, stehen wir jederzeit gerne für ein Gespräch bereit.... aber wer absichtlich versucht unseren Tieren zu schaden, ist einfach nur krank!! Unsere Mitarbeiter sortieren die abgegebenen Futterspenden täglich sehr aufmerksam aus! Danke an unser tolles Team, dass hier Schlimmeres verhindert wurde!“

Der Beitrag auf Facebook:

 

„Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter, dass sie trotz der großen Anzahl der Spenden – gestern haben wir immerhin 2600 Besucher gezählt – so aufmerksam die Spenden begutachtet haben“, sagt Verena Kaspari, die Zoodirektorin, auf Nachfrage von shz.de. Ein Esel oder Pony hätte durchaus an den Reißnägeln oder Büroklammern sterben können, unterstreicht sie die Gefahr.

Vor dem Tierpark steht ein kleines Futterhaus mit drei Tonnen, in die Tierfreunde Futterspenden werfen können. Dafür muss der Spender den Tierpark nicht betreten. Täglich werden die Tonnen geleert und die Spenden sortiert. „Aber nicht, weil wir mit so einer Tat rechnen, sondern damit verschimmeltes Brot nicht zu den Tieren gelangt“, erklärt Kaspari.

Die Zoodirektorin, Verena Kaspari, und ihre Mitarbeiter sind geschockt von dem Fund in der Futterspende.
Tierpark Neumünster

Die Zoodirektorin, Verena Kaspari, und ihre Mitarbeiter sind geschockt von dem Fund in der Futterspende.

 

Anzeige will Kaspari nach Rücksprache mit dem Vorstand zunächst nicht erstatten. „Aber wir werden unsere Tiere in nächster Zeit sehr sorgfältig beobachten und wir überlegen, wie wir die Tonnen in Zukunft besser sichern können.“ Die Spendentonnen sollen nicht außer Betrieb genommen werden. „Von der Tat eines Menschen sollen nicht alle anderen Spender leiden“, so die Direktorin.

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