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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 22:45 Uhr

Gartenstadt : Zoff um das Stadtteilfest

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Horst Kunz (CDU) ist neuer Stadtteilvorsteher / Grüne gab den Ausschlag in der Kampfabstimmung / Einstimmig für Radweg ins Gewerbegebiet

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 11:42 Uhr

Turbulenter Auftakt im neuen Stadtteilbeirat Gartenstadt: In einer Kampfabstimmung setzte sich Horst Kunz (CDU) am Mittwochabend in der ersten Sitzung nach der Kommunalwahl als neuer Stadtteilvorsteher durch. Auch der bisherige Beiratsvorsitzende Kurt Feldmann-Jäger hatte sich überraschend zur Wahl gestellt, musste sich jedoch mit drei gegen vier Stimmen seinem CDU-Kontrahenten geschlagen geben. Als Zünglein an der Waage hatte Olga Fricke (Grüne) für Kunz gestimmt, weil dessen Partei bei der Wahl die meisten Stimmen im Stadtteil geholt hatte.

Feldmann-Jäger wurde anschließend einstimmig zum Stellvertreter von Kunz gewählt. Dennoch herrschte im weiteren Verlauf der Sitzung im Gemeinschaftshaus an der Domagkstraße über weite Strecken eine recht gereizte Atmosphäre.

Die entlud sich, als Peter Scheiwe (CDU) beim Thema Stadtteilfest auf die finanziellen Risiken und den großen organisatorischen Vorlauf für ein solches Fest verwies. Feldmann-Jäger attackierte Scheiwe daraufhin als „Festverhinderer“ und forderte den Beirat auf „endlich Butter bei die Fische zu legen“ und sich auf einen Termin für das Fest zu einigen. Die Bedenken gegen das Fest habe er im Beirat schon vor einem Jahr gehört, ärgerte sich der ehemalige Stadtteilvorsteher und setzte ironisch noch eins drauf: „Ich merke schon, das wird eine prima Zusammenarbeit!“

Horst Kunz wies Feldmann-Jäger daraufhin zurecht, versuchte dann aber auch zu schlichten und gab als neuer Vorsteher ein klares Bekenntnis ab: „Wir machen ein Stadtteilfest, wollen es aber auch sauber vorbereiten.“

Zur nächsten Sitzung am 25. September sollen jetzt gezielt Kirchen, Vereine, Verbände und mögliche Sponsoren eingeladen werden, um möglichst noch am selben Tag einen Festausschuss zu gründen. Als mögliche Termine für das Fest im kommenden Jahr wurden Anfang September oder Mitte Mai ins Auge gefasst. Vom 23. bis 25. Mai feiert die Kirchengemeinde im Stadtteil ihr 50-jähriges Bestehen. Möglicherweise lasse sich das Jubiläum mit dem Stadtfest verknüpfen, regte Pastor Rudolf Schlender an. Zuletzt war 2010 in der Gartenstadt ein Stadtteilfest gefeiert worden.

Mehr Einvernehmen gab es beim Thema Radwege: Auf Vorschlag von Kurt Feldmann-Jäger will der Beirat die Stadt auffordern, den Radweg an der Rendsburger Straße bis in das geplante neue Gewerbegebiet Nord fortzusetzen. Sollten dort später tatsächlich bis zu 4500 Menschen Beschäftigung finden, sei davon auszugehen, dass rund 600 von ihnen mit dem Fahrrad anreisten, begründete Feldmann-Jäger seine Initiative. „Das sollte bei den Planungen für das Gewerbegebiet frühzeitig mit berücksichtigt werden“, forderte er. Bislang endet der einseitige Radweg an der Rendsburger Straße in Höhe Stoverbergskamp.

Der Beirat stimmte dem Antrag Feldmann-Jägers einstimmig zu, versprach auf Nachfrage von Zuhörern aber auch, sich um andere, vordringlichere Radwegverbindungen im Stadtteil zu kümmern.

Für Unmut sorgte unter den Besuchern der Sitzung eine Antwort aus der Bauverwaltung. Anlieger der Heinrich-Orbahn-Straße hatten sich im Bauausschuss über den Austausch der Straßenbeleuchtung vor ihren Häusern beklagt, den sie mitbezahlen mussten. Die Verwaltung begründete den Austausch der über 30 Jahre alten Masten mit Korrosionsschäden „in der Spritzwasserzone“. Ein Anlieger reagierte erbost: „Das ist blanker Unsinn!“ Im Viertel gebe es zahlreiche Lampen, die genauso alt seien und bei denen kein Austausch anstehe.

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