Zigeuner-Swing und ungarischer Czardas begeisterten das Publikum

Bummel Weiss an der Violine und Gerd Bauder am Kontrabass verzauberten das Publikum.
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Bummel Weiss an der Violine und Gerd Bauder am Kontrabass verzauberten das Publikum.

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14. Dezember 2015, 00:32 Uhr

Wieder einmal bewies das Team vom Förderkreis Volkshaus Tungendorf ein feines Händchen bei der Konzertwahl. Das „Café Royal Salonorchester“ aus Hamburg faszinierte die 100 Besucher des Volkshauses am Freitagabend mit ihrem speziellen Musikstil.

„Wir spielen Zigeuner-Swing und ungarischen Czardas“, erklärte der Kontrabassist Gerd Bauder. Wem das nichts sagt, der stelle sich tremolierende Geigensaiten (Bummel Weiss) vor, an argentinischen Tango erinnernde Akkordeonklänge (Baro Kako Weiss), ein sehnsuchtsseufzendes Saxofon (Kako Weiss), sowie eine Rhythmus gebende Akustikgitarre (Clemens Rating) mit einem Kontrabass (Gerd Bauder). Dazu gab es eine musikalische Reise durchs Europa Anfang des vergangenen Jahrhunderts, in der ungarische Hochzeiten genauso gefidelt wurden wie französische Liebeslieder.

Das Herrenquintett aus Hamburg-Wilhelmsburg kam extrem gut beim Publikum an, es gab häufig Spontan-Applaus. Mit viel Freude und Gefühl spielten die Musiker ihre Instrumente. Bei einem Bolero von Zigeunermusikstar Django Reinhardt pustete Bummel Weiß mit seiner Geige Sehnsucht wie Seifenblasen in die Reihen der gerührten Zuschauer. „Fantastisch! Sie haben meine Erwartungen übertroffen. Ich habe von den Weiss' schon häufig im Radio und Fernsehen gehört und wollte sie endlich mal live erleben“, sagte Ulla Krönke aus Tungendorf begeistert.

„Dass wir keine Frauen in der Band haben, ist typisch für den Musikstil“, erklärte Gerd Bauder. Die Weiss-Musiker gehören zur größten Sinti-Familie Hamburgs, die bereits seit zwei Jahrhunderten in der Hansestadt lebt.


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