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SPendenstopp : Zentrale Kleider-Ausgabe an Flüchtlinge geplant

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

DRK und Bonhoeffer-Gemeinde nehmen bis Ende Oktober keine Sachspenden mehr an. Die Läger sind voll, die Sicherheit kann nicht gewährleistet werden.

Neumünster | Die Verteilung von Kleidung an Flüchtlinge in Neumünster soll auf neue Beine gestellt werden. Geplant ist eine zentrale Spendenannahme- und ausgabestelle unter der Federführung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die Bonhoeffer-Gemeinde, die bisher ebenfalls Kleidung ausgegeben hatte, sowie weitere Gemeinden aus dem Kirchenkreis wollen sich an dem Projekt beteiligen. Die Stadt wartet vorerst noch ab. „Wir wissen aber von dem Vorhaben“, sagte gestern Thorben Pries, Büroleiter von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras.

Bis Ende Oktober nehmen weder das DRK noch die Gemeinde an der Tizianstraße Sachspenden entgegen, denn die Läger sind voll. Darüber informiert auch die Stadt auf ihrer Internetseite und verweist auf die Facebook-Gruppe „Hilfe für die Flüchtlinge in Neumünster“. Einzelne Bürger versuchen immer wieder, in der Landesunterkunft oder davor Kleidung abzugeben. Doch die Einrichtung nimmt die Sachen nicht an.

„Die Verteilung bei uns hat jahrelang funktioniert, sie reicht aufgrund der Flüchtlingsströme aber nicht mehr aus. Wir müssen erweitern und haben dafür auch schon eine Idee“, sagte DRK-Vorstand Sven Lorenz gestern auf Nachfrage. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Lorenz dankte den Bürgern für ihre ungebrochene Spendenbereitschaft. Wer noch Sachen abgeben wolle, solle damit allerdings ein paar Wochen Geduld haben.

In der Bonhoeffer-Gemeinde, wo zwischenzeitlich bis zu 500 Menschen ins Flüchtlings-Café kamen und sich großteils auch für Kleidung anstellten, konnte zuletzt die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden. Es gebe zwar genügend Ehrenamtliche für eine geordnete Ausgabe in den Gemeinderäumen, allerdings befürchtete die für die Flüchtlingsseelsorge zuständige Pastorin Isabel Frey-Ranck schon bei den letzten Treffen Tumulte auf dem Gelände. Ohne einen Sicherheitsdienst sei die Aufgabe nicht lösbar. Doch dafür fehle das Geld.

Im Kirchenkreis Altholstein beginnen unterdessen die Bewerbungsgespräche für einen Flüchtlingsbeauftragten in Vollzeit. Die Stelle ist zunächst für fünf Jahre befristet. „Es liegen einige Bewerbungen vor. Wir hoffen, dass wir das Amt schnellstmöglich besetzt bekommen“, sagt Kirchen-Sprecher Jürgen Schindler.

 

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erstellt am 01.Okt.2015 | 12:30 Uhr

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