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Zirkus Krone : Zelt-Aufbau mit viel „Hau-Ruck“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein 40-köpfiges Vorkommando des Zirkus’ Krone rückte gestern zum Zeltaufbau an. Auch Elefantengehege und Raubtierkäfige wurden aufgestellt.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2015 | 08:30 Uhr

Neumünster | Die wichtigsten Vorarbeiten sahen gestern eher unspektakulär aus: Ein Trupp „Zirkus-Krone“-Zelt-aufbauer zimmerte mit einem Presslufthammer 250 meterlange Zeltanker in den Boden des Jugendspielplatzes. Zeltmeister Andon Kirov ging mit Elektromeister Michael Klee über den Platz, um unterirdische Stromleitungen zu orten. Gabelstapler hievten Rohre, Männer schleppten Planen und Holz, ein Tieflader nach dem anderen bog auf den Platz ein. Um kurz vor 14 Uhr war es soweit: Die vier großen Masten für das riesige Zirkuszelt standen auf ihrem Platz. Ein 40-köpfiges Vorkommando baute es gestern mit viel „Hau-Ruck“ auf.

Die Dimensionen sind nicht ohne: Das Zelt ist fast so groß wie ein Fußballfeld, es bietet 4000 Zuschauern Platz, ist eine Sonderanfertigung mit einem Durchmesser von 48 mal 64 Metern, kostete eine halbe Million Euro. Vier 20 Meter hohe Stahlmasten sind das Hauptgerüst, an 250 Eisenankern wird das Zelt befestigt. Auch wenn viel mit Hydraulik und Maschinen gearbeitet wird, hieß es immer wieder, mit roher Körperkraft anzupacken – beispielsweise beim Nachspannen der Stahlseile. Wo was steht, ist der Job von Claus Lehnert, der von Zirkussprecherin Dr. Susanne Matzenau liebevoll als „Bürgermeister von Krone-City“ tituliert wird. Der 78-Jährige ist verantwortlich für die Infrastruktur der Zirkusstadt: „Die Raubtier- und Nashorn-Käfige sollten immer in Zeltnähe stehen, damit sie denselben Lauf und keine ungewohnten Wege zur Vorführung haben“, sagt er. Auch Pferdeställe und das Elefantengehege sind auf dem Platz. Der Zirkus wird geteilt – ein Teil ist auf dem Holstenhallen-Gelände untergebracht.

Auch ein tierischer Bewohner zog gestern bereits ein – der 15 Jahre alte Löwe Billy-Bob, der neugierig die Aufbauarbeiten beobachtete. „Er ist Rentner, er probt noch mit mir, tritt aber nicht mehr auf“, erzählte Dompteur Martin Lacey junior, der vor Ort war.

Bis Freitag muss alles gewuppt werden. „Wir haben etwa 300 Fahrzeuge und 250 Angestellte. Es gibt eine Herren- und Damenschneiderei, eine Schlosserei, Sattlerei, Schreinerei, eine Küche, Schule und eine betriebseigene Feuerwehr“, sagt Max Simoneit-Barum, zweiter Betriebsleiter und Tierschutzbeauftragter. Abwasserverbraucher wie Küche, Dusch- und Waschmaschinenwagen müssen bei den Schmutzwasser-Gullys stehen. „Der Jugendspielplatz ist gut. In kleineren Städten wie Heide oder Eutin ist es schwieriger“, sagt Lehnert. Elektromeister Michael Klee aus Neumünster sorgte gestern an diversen Verteilerkästen für Anschlüsse. „Ich schätze, der Zirkus verbraucht etwa die Hälfte des Holstenkösten-Stroms“, sagte er.

Auch die menschlichen Akteure reisen in ihren Wohnwagen an. Auch sie werden platziert. Dabei gibt es im Gegensatz zu früher eine Änderung: „Früher wollten die Artisten gerne unter Bäumen logieren – weil sie grillen wollten. Heute möchten sie am liebsten unter freiem Himmel hingestellt werden – damit sie Satellitenempfang haben.“


Der Zirkus Krone gastiert vom 18. bis 23. 9. auf dem Jugendspielplatz. Premiere: 18.9., 15.30 Uhr. Für Kinder: „Zirkus zum Mitmachen“, 30 Minuten vor Nachmittags-Vorstellung. Zur Premiere wird der Mädchen-Musikzug spielen. Im Internet: www.circus-krone.de.

 

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