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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 08:01 Uhr

Zeitungsmumien und Aufräumspiele

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der DRK-Kita Mäusenest gibt es fröhliche Spiele mit der Zeitung / Lesen ist ein Frühstücks-Ritual

„Oh ja, ich will eine Mumie werden!“, rief Deniz (5) gestern begeistert. Was normalerweise bei Erwachsenen Stirnrunzeln auslösen würde, war ganz im Sinne des Spiels: Beim „Zeitung in der Kita“-Projekt verwandelten sich 22 Kinder der „Rennmaus“-Gruppe der DRK-Kita Mäusenest an der Hauptstraße zu fröhlichen Einbalsamierern und Zeitungsmumien.

Lustvoll wurde mit dem aktuellen Courier herumgeraschelt, geknüllt und geklebt. Deniz und seine Mumienkollegen Jamian (3), Ole (5) und Noah (4) mussten stillhalten, während die anderen Kinder Seite um Seite ihre Arme, Beine und Bäuche umwickelten, bis nur noch der Kopf herausschaute – was für ein Spaß!

Begonnen hatte der Tag mit dem Blick in die Zeitung – vor allem auf die Kinder-Seite. „Alle dürfen das ausschneiden, was ihnen am besten gefällt, Piet und Paula sind da die Favoriten. Bei diesem Projekt werden die Kinder an die Medien herangeführt – auf eine Art und Weise, die auf das kindliche Gemüt abgestimmt ist“, sagt die sozialpädagogische Assistentin Jasmin Boenisch. Gruppenleiterin Diana Wolff erzählt: „Es fängt schon damit an, dass alle lernen, wie man eine Zeitung auseinanderklappt und wieder zusammenfaltet, für die Kleineren ist schon das eine motorische Herausforderung. Ich wollte unbedingt an Zikita teilnehmen, denn zuhause wird bei vielen Kindern nicht mehr Zeitung gelesen, nur noch gegoogelt. Außerdem gehört eine Zeitung zum Frühstücks-Ritual.“ Wichtig findet Diana Wolff, dass Kinder in diesem Alter nur bestimmte Dinge erfahren: „Im Fernsehen schauen sie Bilder von Kriegen und andere negative Nachrichten. Bei Zikita kann man vorher schauen, dann mit den Kinder aufblättern und so die Bilder und Botschaften dosieren. Wenn wir so lesen, schauen und ausschneiden, entstehen viele tolle Gespräche.“ An der Wand hängen viele Zeitungsfotos – von Fußballern, dem U-Boot aus Kiel, einem Adler und dem Hahn „Loverboy“. Eine Zeitungsschlange hängt quer im Raum, auf der Fensterbank liegen Muttertags-Herzen aus Zeitungspapier.

Passend zum Tagesmotto „Weniger fernsehen, mehr Ordnung“ dürfen sich alle beim „Aufräumspiel“ vergnügen: Seiten zu Knäueln zusammenknüllen und dann eine Minute lang möglichst viele davon auf die andere Seite ins „Zimmer“ der Gegenpartei werfen. Wer am Ende am wenigsten „Müll“ bei sich hat, gewinnt. Alle finden’s herrlich, kichern, juchzen und toben durch die kleine Turnhalle. So bringt Zeitung nicht nur den Geist, sondern auch den Körper in Schwung. „Wichtig ist, dass die Kinder nicht vor dem Fernseher berieselt werden, sondern dass sie aktiv an etwas mitwirken“, betont Jasmin Boenisch.

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erstellt am 28.Feb.2015 | 14:08 Uhr

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