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Arbeitsmarkt : Zeitarbeit als Sprungbrett zum Job

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Fast 600 Besucher kamen zur Zeitarbeitsmesse ins Berufsinformationszentrum. Elf Unternehmen aus der Branche warben um Mitarbeiter

von
erstellt am 27.Apr.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Zeitarbeitsmessen wie die gestern vom Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im Berufsinformationszentrum (Biz) sind nichts Neues. Doch wohl selten standen die Chancen so gut, als Berufseinsteiger oder Wiedereinsteiger über die Zeitarbeit den Weg in das Berufsleben zu finden.

„Ich sage mal, wer motiviert, willig, auch ein bisschen flexibel und mobil ist, der hat gute Chancen, heute hier etwas zu finden“, sagte Stefanie Kowsky von der Agentur für Arbeit. 573 ihrer Kunden hatten die Agentur und das Jobcenter angeschrieben, weitere Interessenten fanden über die Presse den Weg ins Biz. Elf Zeitarbeitsfirmen und Personaldienstleister aus Neumünster versuchten auf diesem Wege, neue Mitarbeiter zu rekrutieren.

„Qualifiziertes Personal ist zurzeit eine knappe Ressource. Wir suchen ständig Fachkräfte aus dem Handwerk, Mitarbeiter für Lagertätigkeiten mit Staplerschein, auch Helfer“, sagte Michael Andersen von der Firma Rehbein Personal-Dienst. Hasan Tas aus der Innenstadt war vom Jobcenter auf die Messe aufmerksam gemacht worden. „Ich suche eine Arbeit im Lagerbereich als Kommissionierer“, sagte der 40-Jährige am Strand von S&W Personalmanagement. „Es sieht ganz gut aus. Ich habe schon einmal für S&W gearbeitet“, so Tas.

Für Daniel Carius und Judith Rose (beide S&W) ist die Messe eine gute Plattform. „Wenn viel zu tun ist, ist der Bedarf groß, und das Saisongeschäft hat gerade erst begonnen“, sagte Carius. Ähnlich äußerten sich Daniel Boller und Davina Przynosch von der Firma ZAG. „An die Hilfskräfte stellen wir keine übermenschlichen Anforderungen: Zwei Arme, zwei Beine, Deutschkenntnisse. Man muss nur arbeiten wollen.“

Das wollen auch die Zwillingsbrüder Merlin und Julian Rolff (19), um die Zeit bis zu ihrem Studium zu überbrücken und sich ein bisschen Geld zu verdienen. Am Stand von Pluss Personalmanagement wurden sie nicht fündig. Dort suchte man gestern vor allem Fach- und Hilfskräfte in der Pflege – und dafür ist die Einarbeitungszeit mit zwei bis sechs Monaten für reine Jobber doch zu lang.

Beste Aussichten hatte dagegen Henry Untiedt (21). „Ich bin Maler und Lackierer und suche einen Job“, sagte der Nortorfer. „Das sind gute Voraussetzungen“, erfuhr er von Jochen Müller-Hahle, Geschäftsführer bei Interstaff in Neumünster. „Fachkräfte sind knapp geworden. Da gibt es guten Wettbewerb“, so Müller-Hahle. Selbst Personaldienstleister müssten sich da strecken.

„Die Löhne sind besser, das Image der Branche steigt dadurch“, so Müller Hahle, der auch mit namhaften Kunden wie der Lufthansa zu punkten versucht. Müller-Hahle: „Hier auf der Messe wird angebrütet. Wir vereinbaren hier die folgenden Vorstellungsgespräche.“

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