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Mobilität : Zehn Stiftungen ermöglichen ein neues Auto für Julia (19)

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Julia Schönhoff (19) ist querschnittsgelähmt. Zehn Stiftungen ermöglichten die Anschaffung eines behindertengerechten Autos.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Als Julia Schönhoff vor 19 Jahren auf die Welt kam, ahnten ihre Eltern Doris und Andreas nicht, was auf sie zukam. Ihre Tochter wurde mit Spina Bifida geboren – offener Rücken. Durch diese Behinderung ist sie querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Heute ist Julia 19 Jahre alt, eine fröhliche junge Frau, die trotz ihres Handicaps ihr Leben meistert. Ihre Integration hängt von mehreren Faktoren ab, vor allem aber dem immensen Engagement ihrer Eltern.

„Das kam damals überraschend. Aber man muss es annehmen, wir sind offen damit umgegangen“, sagt Doris Schönhoff (46). Sie und ihr Mann loben die enge Zusammenarbeit mit Lichtblick, dem Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen. Der Landesverband half ihnen bei einem Mammut-Projekt, der Anschaffung eines neuen behindertengerechten Fahrzeugs. Denn sie und ihr Mann Andreas (51), der als Lagerist bei Edeka arbeitet, könnten eine solche Summe nicht stemmen, aber Mobilität ist das A & O für eine tägliche Integration ihrer Tochter. Lichtblick vermittelte ihnen eine Liste von Stiftungen. Seit März schrieben die Eltern über 60 Stiftungen in ganz Deutschland an. Ihre Hartnäckigkeit hatte Erfolg: Das Auto, das inklusive Umbau 34  000 Euro kostet, wurde gestern im Autohaus Haase übergeben. Zusätzlich zur Eingliederungshilfe vom Sozialamt in Höhe von 10 000 Euro und einem großzügigen Rabatt des Autohauses gaben insgesamt zehn Stiftungen Beträge zwischen 200 und 5800 Euro – letzterer kam von der Gisela-Hagemann-Stiftung aus Kiel, die die Unterstützung Querschnittsgelähmter zum Ziel hat, wie Volker Paustian von der Stiftung erläuterte. Jetzt kann Julia, die seit 2012 in den Lebenshilfe-Werkstätten im berufsbildenden Bereich arbeitet, zur Rolligruppe der Behindertensportgemeinschaft, zum Singen im Lichtblick-Chor, zum Therapieschwimmen, zu ihren Freundinnen oder auch zu THW-Spielen, denn sie ist ein großer Fan. „Wir möchten uns für die großartige Unterstützung aller bedanken, aber vor allem anderen betroffenen Eltern Mut machen, auch diesen Weg zu gehen“, betont Doris Schönhoff und sagt liebevoll: „Julia ist unser Sonnenschein.“

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