Azubi-Speed-Dating : Zehn Minuten für den ersten Eindruck

Mustafa Deniz (33) aus Neumünster möchte eine Ausbildung zum Hotelfachmann machen und stellte sich im Berufsinformationszentrum bei Sabrina Kirsch (links) und Claudia Müller vom Hotel Prisma vor.
Mustafa Deniz (33) aus Neumünster möchte eine Ausbildung zum Hotelfachmann machen und stellte sich im Berufsinformationszentrum bei Sabrina Kirsch (links) und Claudia Müller vom Hotel Prisma vor.

Im Berufsinformationszentrum fand zum zweiten Mal das Azubi-Speed-Dating statt. Elf Firmen und mehr als 100 Bewerber nahmen teil.

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31. März 2017, 09:00 Uhr

Neumünster | Das Prinzip beim Speed-Dating ist simpel: Zwei Menschen sitzen sich gegenüber und finden in einem rund zehnminütigen Gespräch heraus, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt. Im Berufsinformationszentrum (Biz) der Agentur für Arbeit an der Brachenfelder Straße wurde gestern nach genau diesem Schema verfahren – mit einem Unterschied: Anstelle des möglichen Traumpartners saßen den jungen Bewerbern ihre potenziell zukünftigen Arbeitgeber gegenüber. Bereits zum zweiten Mal fand im Biz ein Azubi-Speed-Dating unter dem Motto „In zehn Minuten zur Lehrstelle“ statt.

„Die Aktion findet im Rahmen der bundesweiten Woche der Ausbildung statt“, sagte Andrea Julke, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit. Mehr als 100 Bewerber hatten sich im Vorfeld angemeldet, um sich bei den elf teilnehmenden Betrieben vorzustellen. „Jeder von ihnen hat zehn Minuten Zeit, um sich zu präsentieren und einen guten Eindruck bei den Arbeitgebern zu hinterlassen“, erklärte Andrea Julke das Prinzip.

Einer von ihnen war Mustafa Deniz, der sich für eine Ausbildung zum Hotelfachmann im Hotel Prisma an der Max-Johannsen-Brücke interessiert. Von der Idee des Speed-Datings war der Neumünsteraner begeistert: „So etwas hat es früher nicht gegeben, von daher war ich schon etwas aufgeregt. Aber die Damen waren sehr nett zu mir. Bei anderen Bewerbungsgesprächen hatte ich oft den Eindruck, dass gezielt nach Fehlern gesucht wird. Aber hier wurde mir die Hand gereicht“, sagte der 33-Jährige.

Sabrina Kirsch vom Hotel Prisma, die mit ihrer Kollegin Claudia Müller die Gespräche führte, war ebenfalls zufrieden: „Wir haben leider noch nicht genug Auszubildende, daher ist diese Aktion eine gute Gelegenheit für uns. Das Ganze ist sehr gut organisiert, daher bin ich zuversichtlich, dass wir fündig werden.“

Auch bei Reiner Wallus von der Firma Orthopädietechnik Nord (OTN) standen die Bewerber Schlange. „Hier haben die Leute die Chance, mich durch ihre Persönlichkeit zu überzeugen“, sagte der kaufmännische Leiter.

Diese Gelegenheit nutzte auch Lea Anders, die sich bei Harry Pisall vom Sanitätshaus Kowsky vorstellte. „Ich würde gerne ein Praktikum zur Orthopädietechnik-Mechanikerin machen um herauszufinden, ob dieser Beruf der richtige für mich ist“, sagte die 21-Jährige, die in dem Gespräch versuchte, ihre Stärken zu präsentieren. „Das funktioniert in der Kürze der Zeit vielleicht nicht so gut wie in 30 Minuten, aber man bekommt zumindest einen ersten Eindruck“, sagte Lea Anders. In die gleiche Kerbe schlug auch Harry Pisall: „Zehn Minuten reichen natürlich nicht aus, um einen Bewerber richtig kennenzulernen. Aber wir nutzen den Tag, um zu gucken, ob wir den einen oder anderen Kandidaten finden, der zu uns passt.“

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