Plagegeister : Zecken haben wieder Hochsaison

Eine Zecke hat sich im Fell der Wachtelhündin festgesetzt und bereits mit dem Blutsaugen begonnen. Heide Anders-Schnipkoweit zeigt das graue Tier zwischen ihrem Zeige- und Mittelfinger.
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Eine Zecke hat sich im Fell der Wachtelhündin festgesetzt und bereits mit dem Blutsaugen begonnen. Heide Anders-Schnipkoweit zeigt das graue Tier zwischen ihrem Zeige- und Mittelfinger.

Die kleinen Blutsauger „riechen“ kurze Hosen. Heide Anders-Schnipkoweit, Revierleiterin im Ricklinger Forst, gibt Vorsorge-Tipps.

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24. Juli 2014, 08:00 Uhr

Rickling | Diese Plagegeister beißen sich gern so richtig an einer Sache fest. Die Rede ist von Zecken, deren Stiche nicht nur schmerzhaft sind, sondern auch gefährlich werden können. Wer jetzt im Sommer gern durch Wald und Wiesen streift, sollte sich deshalb „warm“ anziehen.

Gefährlich sind die unscheinbaren Milben, da sie zum Teil die Erreger für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, Hirnhautentzündung) und Borreliose (eine durch sogenannte Borrelien verursachte bakterielle Infektionskrankheit) in sich tragen. „Die Hirnhautentzündung ist im süddeutschen Raum verbreitet. Dort wird auch eine Impfung empfohlen. Hier in Schleswig-Holstein ist FSME in größerer Zahl noch nicht angekommen. Die Borreliose dagegen kommt landesweit vor. Einen Impfstoff dagegen gibt es allerdings noch nicht“, berichtet dazu Heide Anders-Schnipkoweit, Leiterin der Försterei Rickling.

„Die Zecken fallen nicht von den Bäumen, wie oft behauptet wird. Sie leben vielmehr in hohem, schattigen Gras bis zu einer Höhe von ungefähr 60 Zentimetern“, erläutert die Försterin weiter. Doch mittlerweile seien sie nicht nur im Wald, sondern auch in vielen Gärten ansässig. Die Blutsauger reagieren beim Orten ihrer Beute auf Körperwärme und Berührung. „Deshalb könnte man auch sagen, sie riechen die nackten Beine der Menschen“, erklärt die Försterin weiter. Ebenso wie Menschen werden deshalb auch Hunde und Katzen gern von Zecken als Wirte benutzt.

Haben sich die Biester einmal festgesetzt, stechen sie zu und fangen an, sich mit Blut vollzusaugen. Bei diesem Vorgang werden schließlich unter Umständen die gefährlichen Bakterien übertragen. Eine Infektionsgefahr setzt dabei jedoch in der Regel erst nach etwa zwölf Stunden ein.

Als Schutz im Wald rät Heide Schnipkoweit deshalb: „Auf den Wegen ist die Gefahr deutlich geringer als im Unterholz. Feste Schuhe und lange, am Knöchel geschlossene Hosen sind angebracht. Auch helle Farben, auf denen man die Tiere gut sieht, dienen der Vorsorge.“ Eine Kopfbedeckung könne ebenfalls nicht schaden, besonders bei kleinen Kindern. Spaziergänger sollten sich zudem nach ihrer Tour gründlich auf diese ungebetenen „Gäste“ absuchen. Dabei dürfen auch Achseln, Kniekehlen sowie auch Kopfhaut und Bauchnabel sowie jede Art von Hautfalten nicht ausgelassen werden. „Denn Zecken beißen sich nicht sofort fest. Sie wandern über den Körper, um eine kuschelige Stelle für sich zu finden“, weiß die Fachfrau.

Um eine Infektion zu vermeiden, sollte die Zecke sobald wie möglich herausgezogen werden. „Dabei sind alle Teile der Zecke zu entfernen“, rät Dr. Susanne Trenner vom Fachdienst Gesundheit der Stadt Neumünster. „Dazu greift man die Zecke mit einer Pinzette nahe der Hautoberfläche, also an ihren Mundwerkzeugen und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Das Tier sollte dabei nicht gedreht werden. Auf keinen Fall darf es mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden, da dies das Tier unnötig reizt“, erklärt die Ärztin. Nach Entfernung der Zecke ist eine sorgfältige Desinfektion der Wunde notwendig. Wenn eine Entzündung auftritt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

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Weitere Infos: www.rki.de

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