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Waldorfkindergarten : Zauberhafte Märchen für die Großen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erzählerin Sonja Truhn verführte ihre Zuhörer mit fantastischen Geschichten und meditativer Musik.

Neumünster | Eine andere Welt betraten am Mittwochabend die 20 erwachsenen Besucher des Waldorfkindergartens in der Schwabenstraße. Gewandet in anmutige Kleider empfing die Märchenerzählerin Sonja Christine Truhn (44) die überwiegend weiblichen Zuhörer in dem gemütlich-schummerigen Eurhythmieraum.

Die hoch gewachsene Frau mit den wallenden silbernen Locken hatte den sechseckigen Raum dezent dekoriert und mit Samttüchern, knorrigen Ästen und warmem Kerzenschein eine Atmosphäre geschaffen, in der sich die Gäste geborgen fühlen und ganz auf das Zuhören einlassen konnten.

„Wir haben diesen Abend organisiert, weil Märchenbilder Seelennahrung bieten“, erklärte die Leiterin des Kindergartens, Andrea Langenohl. Bei Märchen fallen uns meist Rotkäppchen oder andere Hausmärchen der Brüder Grimm ein, die erzählte die studierte Medienkünstlerin Sonja Truhn allerdings nicht. Von der lebenspendenden Sonne und ihren manchmal eigenwilligen Kräften berichtete die Märchenfrau, die Geschichten aus Arabien, Sibirien oder Australien zusammengetragen hat.

Mucksmäuschenstill war es, als Sonja Truhn sprach, sie spielte mit ihrer Stimme und setzte Gesten reduziert aber betonend ein. Mit wenigen Naturmaterialien wie Steinen bereicherte sie anschaulich das Erzählte. Und zwischen den Geschichten setzte sie mit Klangschalen oder einer Flöte zauberhafte Akzente. „Ich erzähle zwar eine Geschichte, aber jeder nimmt sie individuell auf, das Bild entsteht im Zuhörer“, erklärte die zweifache Mutter.

„Mein Ziel ist es nicht, eine Geschichte abzuspulen und einstudierte Posen zu zeigen. Ich möchte präsent sein und authentisch das Erzählte mit meiner Person verbinden“, erläuterte sie weiter.

Sonja Truhn hat in Willingrade eine Märchenschule gegründet und hat die Erzählkunst schon in früher Kindheit für sich entdeckt. Dass auch Erwachsene Märchen brauchen, ist für sie keine Frage: „Fernsehen ist die Sehnsucht nach Geschichten, das ist ein ursprüngliches Bedürfnis. Ich möchte die Menschen an das Positive in sich erinnern. Märchen können das.“

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