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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 16:28 Uhr

Boostedt : Zahl der Flüchtlinge steigt auf 790

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Boostedt werden weitere 260 Menschen untergebracht. König: „Aktuelle Entwicklungen waren in ihrer Tragik für niemanden vorhersehbar“

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2015 | 12:00 Uhr

Boostedt | Wegen der dramatischen Entwicklung werden in Boostedt bis zu 790 Flüchtlinge untergebracht. Das Versprechen des Landes, die Belegung der Flüchtlingserstaufnahmestelle in der ehemaligen Kaserne in Boostedt auf 500 Personen zu begrenzen, hat seit dem Wochenende keinen Bestand mehr.

Wie Bürgermeister Hartmut König (CDU) gestern auf Anfrage mitteilte, habe Manuela Söller-Winkler (SPD, Staatssekretärin im Innenministerium) ihn am Sonnabendmorgen angerufen und um ein dringendes Gespräch gebeten. „Frau Söller-Winkler teilte in diesem Telefonat mit, dass die Situation des Flüchtlingsstroms auch nach Schleswig-Holstein jetzt so dramatische Züge annehme, dass sie keine Möglichkeit mehr sehe, das gegebene Versprechen der Belegungsbegrenzung aufrechtzuerhalten“, berichtete er.

In einer von König kurzfristig für den Sonntagabend einberufenen Sondersitzung der Gemeindevertretung erklärte Manuela Söller-Winkler dies auch den 13 anwesenden Gemeindevertretern (insgesamt hat die Boostedter Gemeindevertretung 17 Mitglieder). Demnach wurden bereits am Sonntag kurzfristig 130 Bewohner der Erstaufnahmestelle in Neumünster nach Boostedt verlegt, um Platz für die für gestern angekündigten 400 Flüchtlinge zu schaffen. Weitere 130 Menschen sollen folgen. „Rein rechnerisch hat die Boostedter Einrichtung auch bisher schon eine Kapazität von 790 Menschen gehabt. Diese wird nun auf nicht absehbare Zeit ausgeschöpft werden“, erklärte König weiter.

In Anbetracht der Umstände habe es auf der Sondersitzung im Hinblick auf die gebotene humanitäre Unterstützung zur Entscheidung des Innenministeriums eine nahezu einstimmige Akzeptanz gegeben. „Wir sehen uns in dieser Sache nach wie vor nicht vom Land überrumpelt, da die aktuellen Entwicklungen in ihrer Tragik für niemanden vorhersehbar waren“, sagte König.

Mittlerweile seien auch die Vereine und Institutionen, die dem örtlichen runden Tisch für die Flüchtlingshilfe angehören, über die Änderung der Belegungszahlen informiert. „Die neue Situation bedeutet einen weiteren Kraftakt für alle Beteiligten. Doch wir werden uns dieser Herausforderung gemeinsam stellen, um den Menschen zu helfen“, erklärte König abschließend. Um die neue Situation vor Ort zu erläutern, ist im Oktober eine Einwohnerversammlung geplant.  



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