zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 06:53 Uhr

Gadeland : Wutbürger in Gadeland

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Querungshilfen auf der Segeberger Straße sind immer noch Thema / Diekkamp-Anlieger protestieren gegen zu hohe Kosten

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 18:26 Uhr

Neumünster | Die Wogen auf der Sitzung des Stadtteilbeirates Gadeland schlugen hoch: Den Anliegern des Diekkamps brennt das Thema Kostenbeteiligung immer stärker unter den Nägeln. Da die Straße Anliegerstraße ist, sollen die Anwohner 85 Prozent der Kosten für die neue Fahrbahn und  Regenwasserkanäle zahlen  – etwa 15 Euro pro Quadratmeter Grundstück (der Courier berichtete). Die Anlieger zweifeln an dieser Einstufung, protestierten am Donnerstagabend gegen die  Höhe der Kosten, wollen Widerspruch einlegen oder  einen Musterprozess anstrengen.

 Ute Spieler,  Fachdienstleiterin Stadtentwicklung,  hatte einen schweren Stand. Sie erläuterte, wann Straßenbaubeiträge zu zahlen sind und dass auch ein Widerspruch keine aufschiebende Wirkung hat.  Daraufhin brachen sich die Emotionen der Anlieger Bahn. „Wir haben das erst erfahren, als die Straße schon umgewühlt wurde – warum werden wir nicht rechtzeitig informiert? Dann haben Sie es auch nicht mit Wutbürgern zu tun“, sagte Carin Rathke.

 Ute Spieler räumte Verbesserungsbedarf ein: „Ich kann Ihren Unmut nachvollziehen.“ Andere monierten die Höhe der Beiträge. „Manche Rentner haben sich das Haus vom Mund abgespart“, sagte ein Mann. Als Verursacher des maroden Zustands nannten die Bürger die Traktoren und Busse und fragten, ob der Diekkamp gar keine Anliegerstraße mehr sei.

Dann trat Manfred Kaack, Landesvorsitzender des Verbands Wohneigentum (ehemals Siedlerbund), auf den Plan. Beim Einrichten der Buslinie habe die  Stadt damals zugesagt, für die  vom Busverkehr entstandenen Schäden aufzukommen, erinnerte das ehemalige Stadtteilbeiratsmitglied.  Kaack blieb freundlich im Ton, aber er drohte: „Der Diekkamp hat eine Sonderstellung, er wird stärker beansprucht als eine Sackgasse. Unser Verband  will ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister führen. Am besten wäre eine Einigung, aber auch ein Musterprozess ist möglich. Oder alle Betroffenen legen Widerspruch ein.“   Ein Anlieger rief spontan: „Beim Widerspruch bin ich dabei!“

Am Ende nahm Ute Spieler eine Menge Fragen als Hausaufgaben mit: Die Verwaltung soll die Kosten aufschlüsseln, die Einstufung der Straße überprüfen und einen Vergleich mit der Baumaßnahme am Hufeisenweg anstellen. Dort protestieren die Anwohner ebenfalls.

Weiteres heißes Eisen auf der Tagesordnung waren die ungeliebten Querungshilfen auf der Segeberger Straße. Unter Gelächter rief jemand ironisch: „Stehen sie noch?“ Denn mindestens drei Mal haben Autofahrer die Baken  schon umgefahren (der Courier berichtete). Es folgte eine  Debatte über den Sinn oder Unsinn.

Polizist Bernd Wanner: „Wir sehen die Inseln als entbehrlich an, die Leute gehen irgendwo über die Straße. Und sie haben nicht den Status eines Zebrastreifens, Autofahrer müssen nicht anhalten.“ Tankstellenbetreiber Matthias Fieroh beschrieb die Abbiegesituation seiner Kunden gen Segeberg als gefährlich: „Ich favorisiere eine  Bedarfsampel.“  Für ein Fazit sei es aber zu früh, beschloss der Beirat. Nun soll weitere  drei Monate (oder länger)  getestet werden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen