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Holsteinischer Courier

20. August 2017 | 10:24 Uhr

Boostedt : Wurden Flüchtlinge ausspioniert?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Staatsanwaltschaft ermittelt nach Vorfall in Boostedt

Boostedt | Zwei Mitarbeiter der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Boostedter Rantzau-Kaserne sollen Pässe und Aufenthaltstitel von zwei Flüchtlingen fotografiert und in sozialen Netzwerken veröffentlicht haben. Die ausspionierten Flüchtlinge sollen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisch gegenüberstehen. Oberstaatsanwalt Dr. Henning Hadeler von der zuständigen Kieler Staatsanwaltschaft bestätigte gestern auf Anfrage, dass zurzeit wegen Weitergabe persönlicher Daten ermittelt werde.

„Es gibt namentlich bekannte Beschuldigte. Zwei Namen sind zurzeit Gegenstand der Ermittlungen“, erklärte Henning Hadeler. Weiter eingrenzen wollte er die Personen nicht. „Ein Foto von einem Dokument ist eine Sache von Sekunden. Und es gibt viele Menschen auf dem Gelände. Da können theoretisch ebenso Mitarbeiter wie andere Flüchtlinge oder Handwerker involviert sein“, so der Oberstaatsanwalt. Nach Courier-Informationen sollen ein DRK-Mitarbeiter und ein Mann vom Sicherheitsdienst ins Visier geraten sein.

Die Ermittlungen gehen laut Staatsanwaltschaft auf die Strafanzeige eines Flüchtlings zurück. Der hatte offenbar Ende Dezember 2016 davon erfahren, dass seine Daten über soziale Medien weitergeleitet wurden. Wann sie genau fotografiert und ins Netz gestellt wurden, sei zurzeit noch unklar, so Hadeler. „Genau das ist Gegenstand der Ermittlungen: Wer ist die Quelle? Und wie kamen die Daten in die sozialen Medien?“, erklärte der Jurist.

Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten nimmt keine Stellung zum laufenden Ermittlungsverfahren. „Wir verweisen an dieser Stelle auf die Staatsanwaltschaft Kiel“, erklärte Pressesprecherin Nele Brüser gestern. Nur zur Stimmung in der Erstaufnahme in Boostedt nach dem Vorfall äußerte sie sich: „Von unserer Seite konnten wir keine Veränderungen oder Auffälligkeiten, weder bei den Asylsuchenden, noch bei den Mitarbeitern des Landesamtes, feststellen.“

 

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erstellt am 04.Feb.2017 | 07:00 Uhr

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