zur Navigation springen

Seniorenmagazin : Wünsche nicht lange aufschieben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Löffelliste kann helfen, dass man sich den einen oder anderen Traum erfüllt – und das nicht erst im Alter.

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | Der Film „Das Beste kommt zum Schluss“ hat mich angeregt, über mein restliches Leben nachzudenken. In diesem Film wird die Geschichte von zwei schwerkranken älteren Männern, die wissen, dass sie in wenigen Monaten sterben werden, gezeigt. Nach einigem Hin und Her erstellen sie eine Liste mit allen Dingen, die sie in ihrem Leben noch tun wollen, bevor sie „den Löffel“ abgeben, eben die Löffelliste.

Mein restliches Leben ist noch nicht durch eine finale todbringende Krankheit unmittelbar bedroht. Aber ich muss natürlich auch erkennen, dass man mit 72 Jahren im Herbst des Lebens angekommen ist. Bevor der „Winter“ beginnt, kann man noch was erleben. Es müssen ja nicht unbedingt große und gefährliche Abenteuer sein, obwohl ich mir das Eine oder Andere durchaus noch zutraue.

Zunächst darf die Liste alle Träume, auch die teuren, die verwegenen, die utopischen und auch die für mein Alter undurchführbaren, enthalten. In der Übersicht Streichungen vornehmen oder sie
weiter vervollständigen, kann man dann immer noch.

Bei allen Überlegungen muss man dann wohl auch den Ehepartner mit einbeziehen. Da wird es dann automatisch einige Streichungen geben. So in Richtung, das wird nichts, das schaffst du nicht mehr, mein Gott, in deinem Alter. Aber man kann ja zunächst einmal provozieren, die in der Partnerschaft versäumten Wünsche oder Träume offenbaren. Mit einer Retourkutsche muss man dann natürlich auch rechnen.

Wir werden dann wohl zwei Listen erstellen, die wir miteinander abgleichen. Der Ehefrieden bleibt somit erhalten.

Das Schöne am Altern ist ja, man hat sehr viel Zeit, sich die eigenen Wünsche zu erfüllen. Daneben sollte es aber nicht an der Einsicht hinsichtlich der altersbedingten Einschränkungen fehlen.

Wobei mir dann der Gedanke kommt: Warum haben wir uns nicht viel früher eine Löffelliste erstellt? Also hier gleich wieder ein Tipp an die jüngeren Generationen: viel früher die eigenen Wünsche in der Partnerschaft vortragen und dann auch abarbeiten. Nichts versäumen, nicht nur reden, tu es!

Nun erwarten Sie unsere gemeinsame Löffelliste. Nein, da muss ich Sie enttäuschen, die werden wir hier nicht offenbaren. Höchstens unsere erwachsenen Kinder dürfen die Liste einsehen. Einspruch lassen wir nicht zu, hochgezogene Augenbrauen werden wir dabei übersehen.

 

Das ganze Seniorenmagazin finden Sie im Holsteinischen Courier vom 29. April 2016.


 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen