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„Jugend debattiert“ : Wortreich ins Bundesfinale

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nils Kalle Radestock (15) aus Einfeld debattiert mit den Besten in Berlin. Außerdem hat er Erfolg im Sport.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Nils Kalle Radestock (15) ist nicht auf den Mund gefallen. Der Gymnasiast der Alexander-von-Humboldt-Schule hat ein besonderes sprachliches Talent, das ihm die Teilnahme am Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ in Berlin am Wochenende ermöglicht. Heute macht sich der Neuntklässler auf den Weg in die Bundeshauptstadt, damit er sich frisch erholt morgen dem reglementierten Streitgespräch stellen kann.

„Mir gefällt am Debattieren, dass man gedanklich spontan sein muss und dem Gegenüber schnell und konkret etwas entgegensetzen muss“, erklärte der aufgeweckte Einfelder. Dennoch läuft eine Debatte nach festen Regeln ab, wie Nils erklärte: „Die Redezeit ist streng begrenzt, man muss den anderen ausreden lassen und immer sachlich bleiben.“
Mit im Gepäck hat der Jugendliche eine Menge Pro-und Contra-Argumente zu drei Fragestellungen, die er im Wettbewerb unter den Augen einer Jury überzeugend vorbringen möchte.

Hilfsmittel sind dabei nicht zugelassen. Sollte Cannabis legalisiert werden? Sollte der Besuch von Lasertag-Arenen in Deutschland ab 18 Jahren erlaubt sein? Sollte die Möglichkeit zur Wiederwahl des Bundeskanzlers begrenzt sein? Mit diesen Themen hat sich Nils intensiv auseinander gesetzt, seine persönliche Meinung spielt dabei keine Rolle.

„Ob ich die Für-oder Wider-Position einnehmen werde, entscheidet sich erst kurz vor der Debatte“, so der Jugendliche. Seit einem Jahr debattiert Nils nach den Regeln der Rhetorik-Kunst, angestoßen wurde er dazu im Deutschunterricht. "Seit zehn Jahren beteiligen wir uns an den Bezirkswettbewerben, und ich finde, eine Debattierkultur zu erlernen, ist eine enorm wichtige Fähigkeit“, lobte die Schulleiterin Doris Weege.

Nils Radestock hat es aber nicht nur im Kopf, sondern auch in den Beinen: Beim Köstenlauf am vergangenen Freitag hat er auf der Fünf-Kilometer-Strecke alle anderen Sportler hinter sich gelassen und die Distanz in 18, 43 Minuten bewältigt. „Ich brauche den körperlichen Ausgleich unbedingt. Nur drinnen zu hocken, kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Nils. Der Sohn von Stadtteilvorsteher Sven Radestock engagiert sich auch ehrenamtlich bei der Einfelder Kirche und wirkt beim Film „Meinfeld“ über seinen Stadtteil mit.

Eine Karriere als Politiker strebt der Schüler nicht an: „Das reizt mich nicht. Vielleicht möchte ich etwas mit Medien machen.“

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