Mietspiegel : Wohnungsmarkt bleibt entspannt

Bianka Rohwer  zeigt den ab heute geltenden neuen Mietspiegel. Die Wohnlagen sind auf der Karte im Hintergrund farbig markiert: Gelb steht für einfache Lage, blaugrau für gute Lage, rot für beste Wohnlage.
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Bianka Rohwer zeigt den ab heute geltenden neuen Mietspiegel. Die Wohnlagen sind auf der Karte im Hintergrund farbig markiert: Gelb steht für einfache Lage, blaugrau für gute Lage, rot für beste Wohnlage.

Neuer Mietspiegel gilt ab heute für die kommenden zwei Jahre als Richtschnur für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete

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01. April 2014, 06:15 Uhr

Neumünster | Die Mieten in der Stadt sind seit 2012 allenfalls geringfügig gestiegen. Das zeigt der neue Mietspiegel. Er gilt ab heute und ist für die kommenden zwei Jahre die Richtschnur für die ortsübliche Vergleichsmiete – wichtig, wenn Vermieter die Miete erhöhen wollen.

Doch höhere Mieten waren am Markt mit seinem großen Leerstand nur selten durchzusetzen. Im älteren Wohnungsbestand (Baujahr bis 1965) blieben die Mieten in guter Wohnlage stabil, sagt Stadtplaner Bernd Heilmann. Die Erhöhung betrug hier im Durchschnitt ein Prozent. Das ist noch unterhalb der Inflationsrate.

Der Mietspiegel differenziert seit 2012 nur noch nach einfacher, guter und bester Wohnlage. Letztere umfasst einige kleine exklusive Quartiere am Einfelder See und an der Schwale/Klosterstraße. Einfache Lagen befinden sich hauptsächlich entlang der Hauptverkehrsstraßen und Bahnlinien. Das Gros der Straße ist in der Kategorie gute Lage eingeordnet. „Doch diese Einteilungen stellen gar nicht das entscheidende Kriterium dar“, sagt Bianka Rohwer, die bei der Stadt für den Mietspiegel zuständig ist. Beim Wohnen seien ganz „persönliche Wohlfühlwerte“ maßgeblich. Familien haben andere Interesse als Single-Haushalte oder ältere Mieter.

Bei den zwischen 1979 und 1989 gebauten Wohnungen lagen die Steigerungen bei drei Prozent, eine deutliche Korrektur gab es mit plus acht Prozent bei neueren Wohnungen ab Baujahr 1990. „Bei Neuvermietungen in guter Wohnlage werden hier kaum mehr Nettokaltmieten unter sechs Euro pro Quadratmeter angeboten“, sagt Heilmann.

Einige Trends sind erkennbar. So sind ein guter Bauzustand, möglichst energetisch saniert, gern auch mit Fernwärmeversorgung, Balkon und Aufzug auch für junge Familien heute schon fast ein Muss. Am größten ist die Nachfrage bei kleinen Wohnungen bis 45 Quadratmeter Größe. Drei-Zimmer-Wohnungen sind deutlich schwieriger zu vermieten als früher. Heilmann: „Im Vergleich mit anderen größeren Städten hat Neumünster den entspanntesten Wohnungsmarkt in Schleswig-Holstein.“ Neumünster sei immer noch ein Mietermarkt, kein Vermietermarkt. Eine andernorts diskutierte Mietpreisbremse sei daher kein Thema.

Mit die größten Kostensteigerungen gab es beim Mietspiegel selbst. Er kostet jetzt 2,90 statt bisher 2,80 Euro – eine Verteuerung um 3,6 Prozent. Zu bekommen ist er in den Rathaus-Arkaden. Er kann auch per E-Mail unter bianka.rohwer@neumuenster.de bestellt werden und wird dann gegen Rechnung zuzüglich Porto zugesandt.

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