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Vorschläge : Wohnungen für Flüchtlinge bauen, dann als Sozialwohnung nutzen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vorschlag der Baugewerkschaft / SPD-Chefin fordert eine koordinierte Hilfe

von
erstellt am 28.Aug.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | Mit einem Vorschlag zum Flüchtlingsthema hat sich die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt zu Wort gemeldet. Sie fordert neue Wege in der Unterbringung und schlägt den Bau von Wohnungen vor, die zunächst für Asylbewerber und später als Sozialwohnungen genutzt werden. Hierfür sollen private Investoren gewonnen werden. „Von einem solchen Kombi-Modell könnte Neumünster auf lange Sicht enorm profitieren“, sagt Uwe Hahn, Bezirkschef der Gewerkschaft.

Er sieht dafür zwei Gründe: „Einerseits müssen die Menschen, die ein Bleiberecht bekommen, anständig untergebracht werden. Zum anderen sind Sozialwohnungen Mangelware. Seit Jahren schrumpft ihr Bestand“, kritisiert Hahn. Für einkommensschwache Familien werde es immer schwieriger, eine preiswerte Wohnung zu finden. Die Gewerkschaft fordert von der Politik, wieder stärkere Anreize für den Bau von Sozialwohnungen zu schaffen.

Hahn: „Denkbar ist ein Programm mit steuerlichen Anreizen oder einer gezielten Investitionszulage für private Investoren oder Wohnungsbaugesellschaften.“ Demnach könnten die neuen Gebäude für einen festen Zeitraum Flüchtlingen zur Verfügung stehen – mit einem garantierten Mietpreis. Im Anschluss würden sie als Sozialwohnungen genutzt, etwa mit einem Wohnberechtigungsschein. „Flüchtlinge sind die Mieter von morgen. Denn ein Großteil von ihnen wird längerfristig in Neumünster bleiben“, sagt Uwe Hahn. Allerdings stünden dabei besonders der Bund und die Länder in der Verantwortung.

Die SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber hat sich ebenfalls zum Flüchtlingsthema geäußert: Die Stadtverwaltung soll sich um eine Koordination der Flüchtlingshilfe in der Stadt kümmern. „Viele Neumünsteranerinnen und Neumünsteraner wollen den Geflüchteten, die hier in der Erstaufnahmestelle ankommen oder als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei uns leben, helfen und sie willkommen heißen. Aber sie wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen“, meint sie. Das müsse anders werden.

Die Bereitschaft der Neumünsteraner zur Hilfe sei groß, aber sie müsse strukturiert werden. „Neumünster braucht dringend eine hauptamtliche Koordination. Hier hat das Land bereits Unterstützung signalisiert. Das große Engagement und die vielfältige Arbeit von Haupt- und Ehrenamt muss verknüpft werden. Wer sich engagieren will, muss dafür einen kenntnisreichen Ansprechpartner in Neumünster finden“, schreibt Kirsten Eickhoff-Weber in einer Pressemitteilung. Nötig sei beispielsweise eine Plattform, auf der alle Informationen zentral zugänglich seien – beispielsweise auf der Internetseite der Stadt, an einem Infotelefon, aber auch bei einem festen Ansprechpartner.

In einer Bürgersprechstunde zum Thema „Geflüchtet in Neumünster“ hatte die Abgeordnete in mehreren Gesprächen festgestellt, dass bei den Bürgern großer Informationsbedarf besteht. „Es gibt viele Fragen und Unsicherheiten, die durchaus auch zu Skepsis und Sorgen führen. Hinweise aus der Nachbarschaft der Erstaufnahmeeinrichtung müssen noch mehr Beachtung finden. Ein offener und ehrlicher Umgang mit Daten, Fakten und Hintergründen ist wichtig. Nur so können wir Gerüchten und Stimmungsmache entgegentreten“, meint sie.

 

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