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Verein Lichtblick : „Wohnschule“ ist erfolgreich gestartet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei dem Modellprojekt des Vereins Lichtblick lernen junge Behinderte, wie sie in den eigenen vier Wänden zurecht kommen.

Neumünster | „Wir sind zu zweit. Also brauchen wir zwei Teller und zwei Mal Besteck“, lautet die klare Ansage von Katrin (46) an Dominik (20). Beim Tischdecken arbeiten die beiden „Schüler“ mittlerweile Hand in Hand. Und für ihre Mitstreiterin Annika (26) ist das professionelle Mülltrennen auch kein großes Problem mehr. Die beiden sind Teilnehmer eines Modellprojekts, das vom Elternverein Lichtblick initiiert wurde. Die Aktion, bei der junge Behinderte lernen, wie sie in den eigenen vier Wänden zurechtkommen, ist erfolgreich angelaufen.

Die alltäglichen Handgriffe sind für die Kursteilnehmer in der „Wohnschule“ nicht selbstverständlich. Denn alle drei sind mehrfach behindert und müssen deshalb in individueller Weise auf ihrem Weg in die Eigenverantwortung begleitet werden.

„Wir befassen uns mit allem, was ein selbstständiges Leben ausmacht. Das betrifft die eigenen Wünsche und das Körperbewusstsein ebenso wie den Umgang mit Geld oder das Kochen. Die Teilnehmer sollen zudem herausfinden, welche Wohnformen, zum Beispiel eine Wohngemeinschaft (WG) oder eine eigene Wohnung, zukünftig für sie passen könnten“, erklärt die leitende Heilerziehungspflegerin Rabea Möller (28), die den sechsmonatigen Kursus gemeinsam mit der Erzieherin Anja Härtel (34) sowie weiteren Helfern betreut.

Angebote in Form von Kursen gibt es auch für die Eltern. „Denn für die Familie ist es nicht immer leicht, loszulassen und ihren Kindern etwas zuzutrauen. Doch der Nachwuchs sorgt immer wieder für selbstbewusste, positive Überraschungen, die sie oft staunen lassen“, berichtet Rabea Möller schmunzelnd.

Die „Schüler“ treffen sich ein- bis zweimal pro Woche nach der Arbeit, der sie unter anderem in der Stiftung Drachensee (Kiel) und im Lebenshilfswerk Neumünster nachgehen. „Es ist toll zu sehen, dass alle nach einem langen Tag noch so voller Begeisterung herkommen und sich den Aufgaben stellen. Wir arbeiten dann in der Gruppe sowie in Einzelstunden, in denen noch einmal ganz konkret auf die persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen eingehen“, erläutert Anja Härtel.

Für Dominik, der sich das Leben in einer WG gut vorstellen könnte, stand dabei kürzlich Kochen auf dem Stundenplan. „Ich habe Nudeln mit Tomatensoße und einen Salat gemacht“, erzählt er voller Stolz.

Der zweite Kursus der „Wohnschule“ ist bereits ausgebucht. Aber ein weiterer wird im November starten. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.lichtblick-neumuenster.de.

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