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Nortorf : Wohnraum für Flüchtlinge wird dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Amt Nortorfer Land erwartet in diesem Jahr noch 234 weitere Asylbewerber. Mietkautionen sind ein Problem.

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erstellt am 28.Okt.2015 | 11:00 Uhr

Nortorf | 180 Flüchtlinge leben derzeit im Amt Nortorf. Die meisten sind in der Stadt untergebracht, doch auch auf die Nachbargemeinden musste bereits ausgewichen werden. Das erklärten Amtsdirektor Dieter Staschewski und der neue Flüchtlingskoordinator Thomas Schröder am Montagabend den Mitgliedern des Amtsausschusses.

„In diesem Jahr sollen noch 234 neue Flüchtlinge nach Nortorf kommen“, sagte Thomas Schröder. 58 Wohnungen sind vom Amt angemietet worden. Um die weiteren Asylbewerber unterzubringen, wird auch weiterhin dringend Wohnraum gesucht. Bislang seien rund 510  000 Euro für die Unterbringung von Asylbewerbern ausgegeben worden, erläuterte Dieter Staschewski. Hinzu kämen laufende Leistungen für Personal und Betreuung, die sich im fünfstelligen Bereich ansiedeln. Als „kleine Sorge“ bezeichnete der Amtsdirektor die Kosten für Mietkautionen, die sich bislang auf 17600 Euro belaufen. „Das sind alles Beträge, die sich auch im Haushalt niederschlagen“, so Staschewski.

Um sich in seinem neuen Job einzuarbeiten, hat sich Thomas Schröder vor allem beim Freundeskreis der Asylsuchenden im Amt Nortorfer Land (FANL) informiert. „Was dort geleistet wird, ist wirklich vorzeigbar“, dankte er. Ein Lob ging auch an die Bevölkerung. „Die Spendenbereitschaft der Bürger ist hervorragend“, so der Koordinator weiter. Auch Amtsvorsteher Hans Kaack dankte den Mitgliedern des FANL. Trotz der derzeitig noch lösbaren Wohnsituation wurde im nicht öffentlichen Teil der Sitzung über andere Möglichkeiten gesprochen. „Es sind noch einige Objekte auf der Agenda“, teilte Dieter Staschewski mit, „Gebäude stehen auf dem Prüfstand.“

Stellvertretend für die Mitglieder des FANL konnten Dieter Schlüter und Ulrike Skaumal das Lob des Amtsausschusses entgegen nehmen, machten aber gleichzeitig auch auf Probleme bei der Flüchtlingsarbeit aufmerksam. „Ich habe noch Baustellen im Blick“, sagte Schlüter, „es gibt Bürger, die deutlich ihre Ablehnung zeigen. Da müssen wir uns bemühen, dass falsche Überzeugungen minimiert werden.“ Er forderte mehr Öffentlichkeitsarbeit und betonte: „Wir müssen die Flüchtlinge besser an die Hand nehmen.“ In rechtlichen Fragen steht Ulrike Skaumal den ausländischen Mitbürgern zur Seite. „Die Arbeit ist im Helferkreis ein Schwachpunkt“, so die Ehrenamtlerin, „wir brauchen nicht nur Paten, sondern auch Leute, die die Betreuung in rechtlichen Sachen übernehmen.“

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