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Wankendorf : Wohnraum für Flüchtlinge dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Flüchtlinge: 200 Wankendorfer informierten sich.

Wankendorf | Gut 200 Zuhörer füllten am Montag in Wankendorf  den großen Saal in Schlüters Gasthof. Der Grund für den Andrang war eine Einladung von Amtsvorsteher Jörg Engelmann. Es ging  um die aktuelle Situation der Flüchtlinge im Amtsbereich. Kümmerte sich die Wankendorfer Verwaltung  2013 noch  um sechs Asylbewerber,  sind es heute 78 Menschen, die  in Wankendorf, Belau und Rendswühren leben. „78 Menschen mit 78 ganz eigenen Geschichten“, so Engelmann.

  Würde es bei den knapp 80 Flüchtlingen bleiben, könnten die acht Amtsgemeinden das bewältigen. Bei einer Wegzugquote von etwa 30 Prozent der anerkannten Asylbewerber könnten begrenzt auch neue Hilfesuchende ohne große Probleme aufgenommen werden. Die aktuelle Situation sehe allerdings ganz anders aus, so Engelmann. Allein bis zum Jahresende soll das Amt noch 118 Flüchtlinge zugewiesen bekommen. 2016 sollen weitere 178 hinzu kommen. Das würde bis Ende 2016 zusätzlich 296 Menschen bedeuten, die untergebracht, versorgt und unterstützt werden müssen. „Diese Situation ist besorgniserregend“, sagte der Amtsvorsteher.

 Die dringlichste Frage ist die nach Wohnraum. „Wir suchen händeringend Wohnungen oder Häuser, die das Amt als Vertragspartner zu ortsüblichen Bedingungen mieten kann“, sagte Engelmann. Möglicherweise könnte durch den nur schwer zu bewältigenden Andrang sogar ein Modell für eine Flüchtlingsunterkunft in einem ehemaligen Landgasthof in Großharrie Gestalt annehmen, hieß es. Solche Projekte müssten allerdings mit klarer Unterstützung und finanzieller Beteiligung des Landes abgesichert werden, meinte Engelmann. Auch Sprachpaten, Helfer und Unterstützer für die Menschen werden dringend gesucht.  45 Leute unterstützen zurzeit die Wankendorfer Flüchtlingshilfe.

„Für die Deutschstunde mit den Asylbewerbern muss kein Diplom vorgelegt werden. Jede noch so einfache Hilfe ist willkommen“, bat auch der Wankendorfer Flüchtlingsbeauftragte Heinz Michalske um Mithilfe. Kleidung oder dringend benötigte Dinge wie Bettwäsche, Handtücher oder Winterbekleidung können in der Wankendorfer Kleiderkammer des DRK im Seniorenzentrum Vitanas abgegeben werden. „Noch gibt es 1000 kleine Dinge, die geregelt werden müssen. Allein die Frage der Verkehrsbeteiligung etwa mit dem Fahrrad muss gelöst werden“, erklärte Engelmann.

 Den Gruß  „Moin moin“ können sie alle schon, meinte Engelmann zu den jungen Männern, die in seiner Gemeinde in Belau untergebracht sind. Einige waren bei der Veranstaltung dabei. Gerne würden viele der Flüchtlinge auch etwas tun, statt untätig herumzusitzen. Einer  von  ihnen ist der Syrer Adnan Shhatha, der als Dolmetscher hilft und unterstützt. Erst vor wenigen Tagen konnte er Frau und Kind in die Arme schließen, die ihm nach einer waghalsigen Flucht nach Deutschland folgen konnten. Andere wie die Syrer Mohammad Taha und sein Sohn Esmail Al Smail freuten sich,  mit einigen Liedern auf der Violine und der Gitarre dabei sein zu können und so Dank sagen zu dürfen. Mit deren Einlagen zogen ganz neue Klänge in den Wankendorfer Landgasthof ein – die allerdings in einer Sprache, die für alle Anwesenden verständlich war: Musik eben.

   Infos für Helfer:

Flüchtlingsbetreuer Heinz Michalske ist im Amt Bokhorst-Wankendorf unter Tel. 0 43 26/99 79 39 zu erreichen. Jasmin Schenck (Flüchtlingsangelegenheiten) aus der Amtsverwaltung ist unter Tel. 0 43 26/99 79 17 erreichbar. DRK-Kleiderkammer, Theodor-Storm-Straße 4,  Wankendorf, Tel. 0 43 26/21 76, dienstags,  15 bis 17 Uhr.  Außerdem gibt es in Wankendorf von der Flüchtlingshilfe alle 14 Tage donnerstags von 16 bis 18 Uhr ein Flüchtlingscafé im Alten Bahnhof, zu dem Gäste eingeladen sind.

 

 

 

 

 

 

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