Boostedt : Wohnen, Sport, Gewerbe auf dem Kasernen-Gelände

Die Arbeitsgemeinschaft Konversion hat diesen Vorschlag für die Nutzung des Rantzau-Kasernen-Geländes gemacht: Das gelb umrandete Feld könnte Wohnbebauung werden, das blau umrandete Feld ist die Sportanlage, auf die die Gemeinde ein Erstzugriffsrecht erhebt.
Die Arbeitsgemeinschaft Konversion hat diesen Vorschlag für die Nutzung des Rantzau-Kasernen-Geländes gemacht: Das gelb umrandete Feld könnte Wohnbebauung werden, das blau umrandete Feld ist die Sportanlage, auf die die Gemeinde ein Erstzugriffsrecht erhebt.

Die Nachnutzung der Rantzau-Kaserne wurde wieder diskutiert: Projektgruppen tasten sich voran.

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10. Juli 2014, 07:00 Uhr

Boostedt | Der schwarze Peter wird hin- und hergeschoben: Die Gemeinde Boostedt wartet immer noch auf einen Kostenvorschlag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Boostedt hat das  Erstzugriffsrecht für die im nächsten Jahr geräumte Flächen der Rantzau-Kaserne und hat eine  Option auf die Sportanlage vorgeschlagen (der Courier berichtete). Die Bima wiederum erwartet konkrete Nutzungsvorhaben, um Verkaufspreise nennen zu können.  Deswegen geht es mit der Nachnutzung des Boostedter Kasernen-Geländes nicht weiter. Seit fast zwei Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit dem Thema.

Sicher ist, dass der Instandsetzungsbereich, der zwischen Sportplätzen und Sporthalle liegt, von der Gemeinde nicht benötigt wird. Die Abrisskosten wird die Bima in ihre Berechnungen einfließen lassen müssen. Nach der Sommerpause wird ein fachmännischer Planer ein Grobkonzept entwerfen, das der Bima vorgelegt werden kann.

Die Einsetzung eines Konversionsmanagements rückt näher: „Wir sollten uns ernsthaft damit befassen, ein Konversionsmanagement für uns nutzbar zu machen“, sagte der Ausschussvorsitzende Rüdiger Steffensen (CDU) während der Sitzung des Ausschusses für Konversion und Gemeindeentwicklung am Dienstagabend. „Der klare Vorteil liegt in der Erfahrung von planungsrechtlichen Abläufen. Außerdem ist solch ein Management in Kontakt mit Investoren“, erklärte er weiter. Zudem ist nach neuesten Erkundigungen eine 70-prozentige Bezuschussung der Kosten durch das Land möglich. „Inwieweit der Bund sich an den restlichen 30 Prozent beteiligen kann, müssen wir prüfen“, sagte Steffensen.

Neuigkeiten von den beiden möglichen Investoren gibt es nicht. Der Nortorfer Unternehmer Gustav Jürgen Tietje, der unter anderem die Wiederverwertung von Windkraftanlagen und ein Gesundheitszentrum vorsieht (der Courier berichtete), wird in Kürze von Steffensen telefonisch kontaktiert. „Es gibt einen zweiten Investor, der sich das Gelände bereits angesehen hat und sich Bedenkzeit nimmt“, berichtete Steffensen. Die Bima hat das Kasernengelände in überregionalen Zeitungen und im Internet zum Verkauf ausgeschrieben.

Außerdem  haben die beiden Projektgruppen der Arbeitsgemeinschaft Konversion am Dienstagabend ihre Ergebnisse präsentiert. Peter Blumenröther und Alexander Ohl von der Projektgruppe Schule und Sport gaben einen Überblick über die derzeitige Situation des Schul- und Freizeitsports in Boostedt und ließen eine Bedarfsanalyse folgen. Hervorgehoben wurde die rapide angewachsene Schülerzahl auf momentan über 622, der jedoch keine räumliche Anpassung des Sportgeländes folgte. Das wirke sich auf die Lehre aus: „Aufgrund von Doppelbelegungen in der Sporthalle ist der Unterricht im Sinne des Lehrplans zurzeit nur eingeschränkt möglich“, sagte Sportlehrer Alexander Ohl. Neben dem Sportverein Boostedt melden auch Umlandgemeinden wie zum Beispiel Großenaspe voll ausgelastete Hallen und daher Bedarf an einer Mitbelegung an.

Die andere Projektgruppe hat sechs konvertierte Bundeswehrstandorte besucht, um dort  Erfahrungen einzuholen. Holger Reichardt legte dem Ausschuss eine Möglichkeit der Weiternutzung vor: Die Drittelung der Fläche in Wohnbebauung, Sportanlagen und gewerbliche Nutzung ist denkbar. „Hierbei handelt es sich um ein grobes Konzept, einen Vorschlag an die Gemeinde, der sowohl die Option der Gemeinde auf die Sportanlage aufnimmt, als auch die Gegebenheiten der Kaserne nutzt, um Bebauung in Natur und landwirtschaftlicher Nutzfläche zu vermeiden.“

Ein weiteres Thema war die Panzerstraße, die zur Kaserne führt: Laut Bima wünscht die Bundeswehr auch in Zukunft keine doppelte, also zivile Nutzung. Die Straße  soll Teil des Standortübungsplatzes bleiben und wäre damit nicht verhandelbar. Rüdiger Steffensen betrachtet das ruhig: „Das Problem werden wir lösen und aushandeln.“

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