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Sommerkonjunkturumfrage : Wochenmarkt: Wirtschaft drückt aufs Tempo

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unternehmensverband stärkt Markthändlern den Rücken

von
erstellt am 16.Jul.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Konjunktur brummt, als Wirtschaftsstandort setzt Neumünster seinen Aufschwung fort, ein sensationeller Jahresüberschuss von 18,5 Millionen Euro zeigt den Erfolg der städtischen Haushaltskonsolidierung – bei der Vorstellung der Sommerkonjunkturumfrage des Unternehmensverbands Mittelholstein (UVM) hatte dessen stellvertretender Vorsitzender Ulf Michel eigentlich keinen Grund zur Klage.

Und dennoch mahnte der UVM-Vize, angesichts der soliden Kassenlage nicht in Euphorie zu verfallen. Neumünster schiebe immer noch Haushaltsdefizite aus den Vorjahren in Höhe von 40,6 Millionen Euro vor sich her. Außerdem wurde der Stadt vom Innenministerium angedroht, die Kreditlinie um 4 Millionen Euro zu kürzen. Der Grund: Die Stadt hat Schwierigkeiten, das eingeplante Geld für Investitionen auszugeben, da es in der Bauverwaltung an Personal fehlt, so Michel.

Beim Stichwort „Neugestaltung des Großfleckens“ begrüßte Michel, dass die „große Lösung“ mit veranschlagten Kosten von mindestens 10 Millionen Euro offenbar vom Tisch ist. „Das wäre eine unangemessene Investition, die sich Neumünster nicht leisten kann“, so Michel. Dass die kleine Lösung mit Wiedereinbau des alten Pflasters nur eine Million Euro kosten soll, wie berichtet wurde, mag Michel indes nicht glauben.

Michel: „Das ist ein wenig wie Elbphilharmonie. Erst mal eine Summe nennen und dabei wissen: Das wird nicht reichen.“ UVM-Geschäftsführerin Bianka Lohmann fordert: „Da muss endlich mal Butter bei die Fische.“

Unabhängig von der Ratsentscheidung über Art und Umfang der Pflasterung sieht Michel erhebliche Einschränkungen für die Geschäftswelt. „Die Attraktivität des Innenstadtbereichs wird während der Bauzeit deutlich sinken“, so Michel. Der Unternehmensverband stellt sich auf die Seite der Wochenmarkthändler, die jetzt bereits Alarm schlagen, weil der Markt wegen der Stadtwerke-Baustelle vom Groß- auf den Kleinflecken verlegt ist.

Michel: „Der Unternehmensverband unterstützt die Forderung der Markthändler nach umgehender Rückkehr auf den Großflecken, und wir gehen davon aus, dass das auch passt.“ Viel Zeit für eine Entscheidung dürfe man sich angesichts der Umsatzrückgänge und der Abwanderung der ersten Händler nicht lassen. Michel: „Die Stadt ist aufgefordert, ohne Zögern und Zaudern den Wochenmarkthändlern eine Alternative zu bieten.“

Auch bei der Parkplatzsituation zur Nordbau sieht der UVM dringenden Handlungsbedarf. Das ehemalige Stock-Guss-Gelände zu mieten, sei nicht auf Dauer möglich. Michel forderte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras auf, unverzüglich in konkrete Verhandlungen mit der Aurelis einzusteigen, um Flächen zum Parken auf dem nicht genutzten Bahngelände zu kaufen.

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