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Ratsversammlung : Wochenmarkt soll im August zurück zum Großflecken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ankündigung des Oberbürgermeisters löst Kritik bei CDU, SPD und BFB aus – ihnen dauert das zu lange

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Eigentlich war Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras gestern Abend im Rat frohen Mutes, als er ans Mikrofon trat. Der Wochenmarkt soll dienstags, freitags und sonnabends ab Ende der Sommerferien vom Kleinflecken wieder zurück auf den Großflecken, kündigte er an. Dies geschehe im Einverständnis mit den Marktbeschickern. Doch statt Applaus gab es Kritik.

CDU, SPD und BFB dauert das zu lange. Sie verabschiedeten gegen die Stimmen der Grünen und des Ratsherrn Peter Cleve ihren interfraktionellen Antrag. Dieser empfiehlt dem Oberbürgermeister, „dass der Wochenmarkt ab sofort“ und „unter Ausnutzung der gesamten zur Verfügung stehenden Fläche“ wieder auf den Großflecken soll. Die Entscheidung liegt in der Tat bei der Verwaltung, der Antrag der drei Parteien hat nur empfehlenden Charakter.

Er habe mit seiner Frau und einem Maßband den Großflecken vermessen. Das empfehle er auch mal den städtischen Mitarbeitern, denn „das Denken muss der Verwaltung ja nicht versagt bleiben“, giftete CDU-Fraktionschef Gerd Kühl in Richtung des Oberbürgermeisters. Konkreter wurde Franka Dannheiser (SPD): „Nur weil ein Textilhändler mit nicht-deutschem Namen sieben Stände besetzt und keinen Platz hat, sollen alle drunter leiden. Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Diese Äußerung brachte den von der CDU aus der Fraktion ausgeschlossenen Ratsherrn Refik Mor auf die Palme: „Ich fordere Sie auf, diese kulturrasisstische Bemerkung zurückzuziehen!“ Gerd Lassen (CDU) hielt Stadtbaurat Thorsten Kubiak vor, mit den falschen Händlern gesprochen zu haben. Kubiak hatte zuvor von einem „guten Kompromiss mit allen Beteiligten“ gesprochen.

Allein Thomas Krampfer (Grüne) sprang dem OB demonstrativ bei: „Wir freuen uns über die Lösung. Dafür haben wir Herrn Tauras ja damals auch gewählt.“

Möglich wird der Umzug zum Ende der Ferien durch einen schnelleren Rückbau der Fernwärmebaustelle der Stadtwerke. Rund ein Drittel der Arbeiten auf dem nördlichen Großflecken sollen dann fertig sein. Auf dem wieder zugepflasterten Areal können ebenfalls Marktstände aufgebaut werden. „Wir profitieren von der guten Planung, einem passenden Wetter und Rahmenbedingungen, die uns in die Hände gespielt haben“, sagt Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt. So hätten die Zeichnungen alle gestimmt, die Bauarbeiter seien auf keine Behinderungen gestoßen und hätten auch keine Sonderanfertigungen benötigt.

Dennoch würden die Arbeiten insgesamt kaum früher als vorgesehen beendet werden können. Bis Mitte November soll alles fertig sein. „Dieser Zeitplan ist realistisch, aber auch ambitioniert“, so Schmidt.

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