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Aktion „Offener Garten“ : Wo Mensch und Hummel sich entspannen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Burkhard und Martina Roese öffnen am Wochenende ihren Garten für Besucher.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2017 | 12:30 Uhr

Neumünster | Wer durch die Pforte bei Martina und Burkhard Roese tritt und um die Ecke biegt, erblickt eine schöne Szenerie: Ein großzügiger Garten mit geschwungenen Wegen, harmonisch komponierten Beeten, üppigem Grün und vielen Farbtupfern, dazu laden lauschige Sitzecken an verschiedenen Punkten zum entspannten Flanieren und Verweilen ein. Am Wochenende ist diese grüne Oase im Rahmen der Aktion „Offener Garten“ zu sehen.

„Manche sind überrascht, wie groß der Garten ist. Man soll hier den Blick laufen lassen können, Einblicke und Durchblicke haben, um eine Kurve biegen und etwas Überraschendes sehen“, sagt Martina Roese (56). Das Paar hat seinen Garten auf dem 1300 Quadratmeter großen Grundstück im Von-dem-Hagen-Weg in Tungendorf seit 2003 kontinuierlich gestaltet und verschönert.

Der Stil mutet englisch an: „Wir lieben englische Gärten, das Ineinanderwachsen, nichts Abgezirkeltes“, sagt Martina Roese. Der Garten wirkt aufgeräumt, aber nicht ordentlich – mit Absicht. „Wir wollen etwas fürs Auge bieten und haben bewusst überwiegend Stauden ausgewählt, wenig Einjähriges“, sagt die Finanzberaterin bei der Sparkasse, die mit ihrem Mann seit 1989 dort lebt. Auf der linken Seite steht eine weidenblättrige Birne in einem Beet voller Rosen, zu denen sich pinkfarbene Fingerhüte und Zierlauch (Allium) mit seinen bizarren lila Blütenkugeln gesellen. In der Mitte liegt ein Rasen-Rondeel, auf dem ein alter Pflaumenbaum mit knorrigen Ästen steht, umhüllt von einer fleißig rankenden zartrosa Rambler-Rose.

„Das war hier mal ein alter Schrebergarten, das ist wohl der älteste Baum. Er drohte abzusterben. Er wurde gestutzt, um als Rankhilfe für die Rosen zu dienen, da ist er wieder ausgeschlagen und hat zuletzt sogar viele Früchte getragen“, sagt Martina Roese, die die Gestalterin des Gartens ist und immer wieder auf Messen Besonderheiten entdeckt – wie zum Beispiel die Knabenkraut-Orchidee.

Die Arbeiten sind aufgeteilt: „Sie gestaltet, ich pflanze ein oder beschneide den Apfelbaum“, sagt Burkhard Roese (63), pensionierter Sparkassen-Kaufmann, augenzwinkernd. Neben dem Haus hat das Paar einen Steingarten mit Hauswurz & Co. angelegt. Auf der Terrasse stehen hübsch bepflanzte Kübel, knorrige Aststücke als Deko und ein lustiges Vogel-Windspiel fügen sich stimmig in das Ambiente ein. Im hinteren Bereich des Gartens ist die „Nasch-Ecke“ mit Johannis- und Stachelbeeren, Rhabarber und neuerdings auch Kartoffeln.

Wichtig ist den Gartenfans der ökologische Aspekt – fliegende Mitbewohner sind ausdrücklich willkommen: Auf der Terrasse verraten kleine Sandhäufchen, dass Erdwespen ihren Nachwuchs großziehen. Um die Storchschnäbel-, Glockenblumen- und Brandkraut-Kissen kreiseln summend und brummend Hummeln und Bienen auf Nahrungssuche. Im Pflaumenbaum ist ein Nistkasten heiß begehrt bei Spatzen und Meisen, neben den Beerensträuchern steht ein Insektenhotel für Wildbienen & Co.

Ein Garten braucht Geduld, er ist ein Prozess. „Was wachsen mag, bleibt, was nicht wachsen mag, geht dann auch wieder“, erklärt Martina Roese lachend. „Unser Garten ist für uns Inspiration und Ausgleich, auch wenn’s viel Arbeit ist“, sagt das Paar, das zum dritten Mal bei der Aktion „Offener Garten“ teilnimmt und sich auf viele andere Gartenbegeisterte und Fachsimpelei freut.

 
 

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