Klassiker-Tage in Neumünster : Wo Kindheitsträume wahr werden

Ein Traum von einem Auto: Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen (rechts) steht neben einem Jaguar E-Type.
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Ein Traum von einem Auto: Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen (rechts) steht neben einem Jaguar E-Type.

Die „Klassiker-Tage“ locken fast 15 000 Oldtimer-Freunde zu den Holstenhallen. 1400 Schmuckstücke waren dabei.

shz.de von
28. Mai 2018, 07:45 Uhr

Am Wochenende mochte sich so manch einer in der Stadt verwundert die Augen gerieben haben: Sind wir auf Kuba? Oder in England? Und in welcher Zeit? Zahlreiche Oldtimer auf vier oder zwei Rädern belebten das Straßenbild in ganz Schleswig-Holstein, denn in den Holstenhallen fanden die „Klassiker-Tage“ statt. Zum sechsten Mal veranstalteten die Betreiber der Holstenhalle die Oldtimer-Messe und lockten rund 1400 Schmuckstücke auf Rädern in die Schwalestadt.

14 800 Besucher, 500 mehr als 2017, begeisterten sich an beiden Tagen für die noch größer gewordene Veranstaltung im Außen- und Innenbereich. Kleine, auf Hochglanz polierte Zweisitzer wie aus alten Hitchcock-Streifen, mächtige Ami-Schlitten mit Heckflossen, schnuckelige „Knutschkugeln“ oder schicke Zweiräder vermittelten echte Nostalgie.

Unter den bis zu 80 Jahre alten Autos waren auch richtige Wertanlagen zu finden, darum geht es aber bei den Klassiker-Tagen nicht, wie Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen erklärte: „Es geht nicht ums Geld, sondern um die Begeisterung der Menschen. Das sind Emotionen und Erinnerungen, die wach werden und verbinden.“

Einen Zeitsprung zurück in die 1980er-Jahre machten die Besucher in der Halle 2, wo zum ersten Mal eine Sonderausstellung Filmfahrzeuge mit Kultstatus präsentierte. Als Besuchermagnet erwiesen sich dabei nicht nur der tolle Käfer „Herbie“ und das „Batmobil“, sondern besonders ein originalgetreuer Nachbau des DeLorean aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ und des sprechenden Pontiac Trans Am „K.I.T.T.“ aus der Serie „Knight Rider“.

Michael Wagner (41) aus Hasloh (Kreis Pinneberg) ist ein echter DeLorean-Liebhaber und hat in zwei Jahren Arbeit jedes Einzelteil seines leuchtenden und blinkenden Flügeltürers selbst gebaut. „Das ist mein persönliches Schätzchen. Ich habe viel recherchiert und Screenshots vom Film gemacht, um alles genau nachzubauen“, erklärte der Kfz-Mechaniker.

Es gab auch schon Mietanfragen von Firmen für das Zeitmaschinen-Replikat, aber daran hat der Bastler kein Interesse: „Die blocke ich ab.“ Trotz Zulassung fährt Michael Wagner den Wagen nicht auf der Straße: „Viel zu gefährlich, das würde die Leute nur ablenken.“ K.I.T.T.-Nachbauer Marco Maltzahn (43) aus Hamburg holt seinen schwarzen Pontiac gerne mal für einen Ausflug aus der Garage. „Wenn ich mir zum Beispiel ein Eis geholt habe und zurück zum Parkplatz komme, stehen da immer viele begeisterte Leute. Das ist toll, man kommt ins Gespräch und teilt die Freude an die Kindheitserinnerungen“, schilderte der gelernte Elektriker. „Es ist die Erfüllung eines Kindheitstraums“, sagte er weiter.

Den ästhetischen Abstand zum heutigen, funktional gestalteten Fahrzeug machten auch die vielen Autos deutlich, die draußen auf eine Rampe fuhren, um sich den Zuschauern zu zeigen und vom Oldtimer-Experten Georg Meyering vorgestellt zu werden.

Michael Naeve und Hannes Langfeldt hatten mit ihrem DKW 1000 S deluxe von 1963 und einem kleinen Wohnwagen in den Hallen eine lustige Urlaubssituation nachgebaut, wie sie in den 1970er-Jahren typischerweise aussah. „Wir sind zum vierten Mal bei den Klassiker-Tagen, sie sind sehr gut organisiert und machen einfach Spaß“, sagte Michael Naeve.

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