zur Navigation springen

Alte Obstwiese : Wo der Herbstprinz vom Baum geschüttelt wird

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mitglieder des Arbeitskreises ernteten an der Kieler Straße eineinhalb Tonnen Äpfel. Viele alte Sorten sind dabei.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 12:49 Uhr

Neumünster | Wenn vom Finkenwerder Herbstprinz oder Altenländer Pfannkuchen die Rede ist, wissen eingefleischte Obstfreunde sofort, worum es geht: um die besonderen, die alten Apfelsorten. Diese und noch etwa 65 andere anerkannte Sorten pflegt der Arbeitskreis Alte Obstwiese, der sich am Wochenende auf dem 30.000 Quadratmeter großen Areal an der Kieler Straße 515 zur Apfelernte getroffen hat.

„Die Äpfel waren früher reif als gedacht“, sagte der Vorsitzende Heinrich Kautzky. Bisher haben die 20 Mitglieder eineinhalb Tonnen des saftigen Kernobsts von den Bäumen geholt, letztlich werden es aber weniger sein als in den vergangenen Jahren. „Sonst hatten wir immer drei bis vier Tonnen, aber später Frost und längere Trockenperioden haben für Einbußen gesorgt“, sagte Kautzky.

Die Wiese gehört der Stadt, aber seit 2004 hegt und pflegt der Arbeitskreis die etwa 500 Obstbäume. „Wichtig ist uns, die alten Sorten zu erhalten. Die sind um einiges resistenter und benötigen in der Pflege wenig Aufwand“, erklärte Albert Bork und erzählte noch eine Geschichte, wie der Holsteiner Cox nach Deutschland kam: „Um 1830 besuchte ein Engländer den Eutiner See und hatte einen britischen Cox Orange dabei. Per Zufall soll sich dort ein Sämling gesetzt haben, und so entstand der Holsteiner Cox.“

Jeden Baum hat der Verein auf seiner Karte eingezeichnet, und besonders stolz sind die Mitglieder über Sämlinge: „Das sind unbestimmte, namenlose Sorten, die es nur hier gibt. Das ist etwas ganz Besonderes“, meinte Kautzky.

Das ganze Projekt finanziert sich auch über den Saftverkauf: Eine mobile Obstpresse war gestern vor Ort und produzierte köstlichen Apfelsaft, der in Fünf-Liter-Behältern unter der Telefonnummer 52 99 26 bestellt werden kann.

Am Wochenende 1. und 2. November ist erneut ein Erntetermin angesetzt, zu dem Helfer und Interessierte willkommen sind.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen