Neumünster : Wo Aliens mächtig abrocken

„Wi sünd de Basis vun de Zivilisation“: Auf dem Alien-Rock-Planeten sammelten die Außerirdischen den Müll „vun de annern“.
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„Wi sünd de Basis vun de Zivilisation“: Auf dem Alien-Rock-Planeten sammelten die Außerirdischen den Müll „vun de annern“.

Premiere des Musicals begeisterte das Publikum. Nach nur drei Wochen Proben klappte alles wie am Schnürchen.

shz.de von
20. August 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Mit wildem Getrommel rückten die Außerirdischen in glitzernden Gewändern und mit Antennen auf den Köpfen durch den Zuschauerraum der Niederdeutschen Bühne an – und dann ging die verrückte Reise los: Auf dem „Alien-Rock“-Planeten drehte sich alles um den Zauber der Musik und der Liebe. Urkomisch wurde das Premierenpublikum am Freitagabend in eine ferne Welt entführt: Nach nur drei Wochen Probezeit präsentierten elf Nachwuchsschauspieler „bannig schön“ das Musical von Regisseur Stephan Greve. Unter den 80 Zuschauern war auch Silke Maennig (83) dabei – ihre Abich-Osbahr-Stiftung ermöglichte das Projekt.

„Is dat een Getränkedoos för den grooten Dörst?“ Die Aliens (Josefine Friske, Alina Kleinschmidt, Josephine Rathje, Michelle Bahr, Harmke Janssen) rätselten und rückten dem merkwürdigen Objekt mit einem „hypergalaktischen Superbrutzlermaterieumwandler“ (Schraubenzieher) zu Leibe – dann entpuppte sich der vermeintliche Müll als „Botsafter der Erde“ – und auf der Bühne vereinten sich zwei Welten. Denn DJ Piratos (Philipp Willers) als rebellischer Rock’n’Roller sendete über den Satelliten illegale Töne ins All – mit durchschlagender Wirkung. Die Zuschauer kringelten sich, als die Aliens von der irdischen Musik infiziert hüftenschwingend die „Wellen vull Erotik“ empfingen. Dem DJ zur Seite stand seine Sekretärin Sternchen (Lotta Funke) – und betörend wurden die zwei zum Liebespaar: „Du sei mein Stern – sei mein Pirat“. Ob rockige Ohrwürmer, dynamischer Rap oder gefühlvolle Balladen – das Publikum spendete immer wieder Szenenapplaus. Die Botschaft war klar: Liebe und Musik verbinden alle Wesen im Kosmos. „Die erste Woche haben wir komplett nur singen geübt“: Laura und Sara Piethe (17) waren als coole Agenten mit Sonnenbrille, Schwarz-Weiß-Masken und in Anzügen ein echter Hingucker. Die Zwillinge spielten die „bösen Buben“ von der Anti-Illegal-Senderbehörde. Viele witzige Gags, kreative Wortschöpfungen, rockige Songs (Musik: Jan-Christoph Mohr), fantasievolle Outfits (Maske: Anna Kalkowski) und mitreißende Spielfreude – das Publikum feierte die jungen Talente mit Riesenbeifall und Jubelrufen.

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