Holstenhalle und Grossflecken : WM-Party ging bis 2.30 Uhr - mindestens

Nach dem Spiel drehte der Autokorso seine Runden über den Großflecken. Der Spaß währte nur kurz, weil der Korso wegen der vielen Menschen schon bald zum Erliegen kam.
Nach dem Spiel drehte der Autokorso seine Runden über den Großflecken. Der Spaß währte nur kurz, weil der Korso wegen der vielen Menschen schon bald zum Erliegen kam.

Das WM-Fieber erreichte am Sonntag seinen Höhepunkt: Die Holstenhalle musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Auch auf dem Großflecken herrschte Ausnahmezustand.

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15. Juli 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Wir haben das Ding! Deutschland ist nach einem nervenaufreibenden 1:0-Sieg gegen Argentinien zum vierten Mal Fußball-Weltmeister. 1800 Besucher verfolgten das spannende Finale in der Holstenhalle. „Das ist ein neuer Besucherrekord“, lautete das Fazit von Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen. Es wurde so voll, dass der Sicherheitsdienst 20 Minuten vor Anpfiff die Tore schließen musste. „Wir sind voll und können niemanden mehr hinein lassen“, erklärte Mitveranstalter Gerd Grümmer.

Die Stimmung und Atmosphäre in der Halle hatte von Beginn an einen neuen Höhepunkt erreicht. „Wir schaffen das mit 3:1“, war sich Frank Andersen aus Wattenbek sicher. Doch ganz so leicht war es für die deutsche Elf dann doch nicht. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr wurde die Anspannung in Halle 5 greifbar – bis endlich in der 113. Minute das erlösende und alles entscheidende Tor fiel. Da kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Sogar ein paar Freudentränen wurden verdrückt. Die letzten Minuten starrten die Fans gebannt auf den Bildschirm. Niemand saß mehr auf seinem Platz. Mit dem Abpfiff lagen sich die Fans in der Holstenhalle in den Armen.

Anschließend wurde der Weltmeistertitel in der Innenstadt gefeiert. Und wer nach den vergangenen Fußball-Partys dachte, das könne kaum getoppt werden, wurde in der Nacht zu Montag eines Besseren belehrt. Das hat Neumünster noch nicht erlebt: In der Spitzenzeit feierten 2000 Menschen auf dem Großflecken, schätzt Polizeisprecher Sönke Hinrichsen. Hunderte Fans versuchten, sich mit ihren Fahrzeugen einen Weg in die Innenstadt zu bahnen, aber in sämtlichen Nebenstraßen Richtung Großflecken ging gar nichts mehr. 200 Fahrzeuge bildeten einen Autokorso und starteten ein Hupkonzert. Die Karawane kam aber bald völlig zum Erliegen, weil die Fans inzwischen auf der Straße feierten. Feuerwerk wurde gezündet. Die Menschen sangen und tanzten.

Duldsam und oftmals mit zwei zugedrückten Augen ließen die anwesenden Polizisten das Geschehen zu. Gegen 1 Uhr lotsten die Ordnungshüter den Verkehr schließlich über die Holstenstraße vom Großflecken und sperrten die Straße. „Die Sicherheit der Fußgänger ging vor“, erklärte Hinrichs. Die Feier auf dem Großflecken setzte sich aber – auch ohne Autokorso – noch bis morgens um halb drei fort. Ärger gab es keinen. Die Polizei spricht von einer insgesamt sehr friedlichen Feier. Nur ein Mann musste vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. Er hatte in der Menschenmenge bengalisches Feuer gezündet und wollte es trotz Bitten der Polizei nicht löschen.
 

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