Boostedt : WLan am Bahnhof bleibt noch abgeschaltet

Das W-Lan am Boostedter Bahnhof bleibt vorerst abgeschaltet.
Das W-Lan am Boostedter Bahnhof bleibt vorerst abgeschaltet.

Bürgmeister beklagt „robustes Auftreten“ von jungen Flüchtlingen.

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08. August 2018, 09:43 Uhr

Boostedt | Am Bahnhof in Boostedt werden die Bahnfahrer frühestens im September wieder freies WLan nutzen können. Das ergab sich jetzt nach Gesprächen zwischen AKN, Landesamt für Ausländerangelegenheiten, Polizei und Gemeinde.

Das schnelle Internet am Bahnhof hatte die AKN Ende Mai abgeschaltet, weil es vermehrt zu Ruhestörungen am Bahnhof gekommen war (der Courier berichtete). Auch Flüchtlinge treffen sich dort, weil die Erstaufnahme nur zwei Hotspots bietet und das Internet gerade bei größeren Datenmengen langsam ist. „Nach wie vor gibt es kein WLan am Bahnhof und zwar so lange, bis die Erstaufnahme aufgestockt hat“, erklärt AKN-Sprecherin Christiane Lage-Kress.

Der stellvertretende Leiter des Landesamtes, Christopher Budde, bestätigt, dass es im September das leistungsfähige Netz in der Boostedter Erstaufnahme geben soll. Neben den Gesprächen zum WLan am Bahnhof hat es auch noch einen Runden Tisch zum Miteinander von Boostedtern und Flüchtlingen gegeben. Beteiligt waren Vertreter der Landesunterkunft, der Boostedter Polizei, des Innenministeriums, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Boostedter Bürgermeister Hartmut König. „Es ging um die Sicherheitsproblematik in der Liegenschaft und in Boostedt“, erklärt Christopher Budde. „Wir versuchen alles, um die Problematik in den Griff zu bekommen“, sagt Budde und gibt ein Beispiel: Die DRK-Mitarbeiter würden mit Bewohnern losgehen, um Müll zu sammeln. Außerdem würden die Bewohner zum Beispiel darüber aufgeklärt, dass auf den Grünflächen nicht gegrillt werden dürfe.

Wie Hartmut König aus Gesprächen mit Bürgern weiß, stören sich viele Boostedter an der großen Anzahl von Flüchtlingen in der Gemeinde mit 4600 Einwohnern und an dem oftmals robusten Auftreten der jungen Ausländer. Zurzeit leben 1200 Flüchtlinge in Boostedt. Zwei Drittel davon haben keine Bleibeperspektive – und das würden auch die Boostedter spüren. Das Ehrenamt sehe sich nicht mehr in der Lage, den Flüchtlingen zu helfen, die nicht bleiben können. Und: „Boostedt ist mit diesen Kapazitäten überfordert“, sagt König.

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