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Streit ums Feuerwehrhaus : Wittorfer Wehr muss wohl umziehen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unfallkasse kritisiert erneut den maroden Bau und Platzmangel für Parker

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Die Querelen um das marode Wehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Wittorf an der Mühlenstraße gehen in die nächste Runde. Bei einer neuen Prüfung hat die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse nun deutlich gemacht, dass die Mängel nur schwer am jetzigen Standort behoben werden können.

Das geht aus einer Vorlage von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras für die Ratsversammlung hervor. Der Verwaltungschef empfiehlt den Kommunalpolitikern, „weitere Alternativen prüfen zu lassen, um das grundsätzliche Problem des Standortes zu lösen.“

Seit Jahren gerät der Bau immer wieder in die Schlagzeilen. In den Wänden und im Fußboden der Fahrzeughallen haben sich große Risse aufgetan. Der Grund: Das 229 Quadratmeter große Gebäude aus dem Jahr 1968 steht auf einer rund zwölf Meter tiefen Moorlinse und sackt immer weiter ab. Alle halbe Jahr muss ein Statiker prüfen, ob Einsturzgefahr besteht (der Courier berichtete).

Nun kritisiert die Unfallkasse einen weiteren Punkt: Das Feuerwehrhaus verfügt über zu wenig eigene Stellplätze für die Kameraden. Diese können aber auf dem engen Grundstück gar nicht zur Verfügung gestellt werden. Es gibt daher derzeit eine kaufvertragliche Regelung mit dem Eigentümer des benachbarten Grundstücks mit einer Sparkassen-Filiale. Danach ist es den Feuerwehrleuten gestattet, im Einsatzfall die Parkplätze hinter dem Haus zu nutzen. Allerdings kann niemand garantieren, dass diese dann überhaupt frei sind. Es könnten also im Ernstfall wertvolle Minuten alleine dadurch verstreichen, dass die heraneilenden Kameraden ihr Auto nicht parken können.

Für die Unfallkasse und auch den Stadtfeuerwehrverband (SFV) ein nicht haltbarer Zustand. „Wir wollen niemanden unter Druck setzen, aber es muss eine schnelle Lösung her“, sagt SFV-Sprecher Peter Kleinjung. Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens hatte schon im April erklärt, er könne sich einen Neubau in Leichtbauweise neben der Wittorfer Schule vorstellen.

Die Stadt hat nun allerdings erst einmal einen Kostenplan für zwei andere Varianten vorgelegt. Der Neubau eines Anbaus an alter Stelle wird demnach auf 163 000 Euro geschätzt. Würden der Anbau und die neue Fahrzeughalle als Stahlkonstruktion errichtet, würden wohl 238 000 Euro fällig.

Mit dem strittigen Thema beschäftigt sich sowohl der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am kommenden Donnerstag, 4. September (um 17.30 Uhr, Sitzungszimmer 2.5/2.6 im Neuen Rathaus), als auch der Brandschutzausschuss am Dienstag, 9. September um 18 Uhr bei der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte im Gefahrenabwehrzentrum an der Färberstraße.

Standpunkt

Das Warten und Hinhalten neigt sich ganz offenbar dem Ende: Am Wehrhaus in Wittorf muss etwas geschehen, sonst ist es bald dicht. Wenn ein geeigneter Standort gefunden wird, macht ein Neubau durchaus Sinn. Er kann sogar günstiger sein als eine aufwändige Sanierung. Verwaltung und Fachpolitiker sind jetzt gefragt. Es dürften schwierige Verhandlungen werden. SPD-Ratsherr Arno Jahner hat jedenfalls schon mal angedeutet, dass er einem Neubau auf keinen Fall zustimmen will.

 

 

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