zur Navigation springen

Therapiezentrum : Wittorfer protestieren gegen Baupläne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anwohner des Igelwegs befürchten deutlich mehr Verkehr und eine Gefährdung der Kinder durch den Neubau einer Physiotherapie-Praxis.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Am Igelweg in Wittorf formiert sich Widerstand gegen den geplanten Neubau eines Therapiezentrums. Die Firma Physiotherapie Hamborg hat das Grundstück neben dem Jugendfreizeitheim Wührenbeksweg von der Stadt gekauft und will vom Fuchsweg dorthin umsiedeln. Laut Rüdiger Hamborg soll in einem eingeschossigen Bau mit Satteldach eine 300 Quadratmeter große Praxis entstehen. „Wir haben nichts gegen Herrn Hamborg oder die Praxis. Allerdings sieht der Bebauungsplan hier ein reines Wohngebiet vor“, sagt Anwohner Carsten Rückemann. Wie seine Nachbarn fürchtet er deutlich mehr Verkehr und eine Gefährdung der Kinder, die den angrenzenden Spielplatz nutzen.

Die Kritik der Anwohner richtet sich gegen die Kommunalpolitiker im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss (BPU) und die Verwaltung. „Der Ausschuss hat in nicht-öffentlicher Sitzung eine Entscheidung gefällt, ohne uns zu hören. Auch die Stadt hat uns nicht informiert, was hier geschehen soll“, sagt Carsten Rückemann. Die Anwohner vermuten nun anhand von gesetzten Markierungspfählen im Boden, dass die Zufahrt zum Therapiezentrum über den Parkplatz am Igelweg erfolgen wird. Dieser liegt direkt vor dem vielgenutzten Spielplatz sowie dem Zugang zu einem Naherholungsgebiet mit Teich. „Wir schätzen, dass es 150 bis 160 zusätzliche Fahrzeug-Bewegungen in unserer Wohnstraße pro Tag geben wird. Da können wir unsere Kinder nicht mehr einfach zum Spielplatz laufen lassen“, sagt Carsten Rückemann, der Vater von zwei Töchtern ist. Nachbar Hubert Elias bringt noch einen weiteren Aspekt mit ein. „Der Igelweg wird von uns Anliegern unterhalten und gereinigt. Wer zahlt die Schäden durch die zusätzliche Abnutzung, wenn hier mehr Verkehr ist?“, fragt er.

Der neue BPU-Vorsitzende Axel Westphal (SPD) bestätigt, dass sich das Gremium am 17. Februar unter Leitung von Helga Bühse (CDU) im „gemeindlichen Einvernehmen“ für den Neubau ausgesprochen hat. Laut Baugesetzbuch sei es auch in reinen Wohngebieten durchaus möglich, Einrichtungen für die Gesundheit oder den Sport zu bauen. „Unklar ist mir aber, warum diese Entscheidung in nicht-öffentlicher Sitzung fiel. Es wurden keine persönlichen Belange des Investors berührt“, sagt er. Zudem sei der Stadtteilbeirat Wittorf seiner Ansicht nach nicht ausreichend informiert worden. Er verstehe daher, dass die Anwohner sich über die mangelnde Kommunikation beklagen. „Alle Beteiligten müssen nun schnell an einen Tisch und neu diskutieren“, signalisiert Westphal Gesprächsbereitschaft.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert