Aus dem Tierpark in die Karpaten : Wisent Hokan lebt jetzt in Rumänien

Noch lächelt sie, dann flossen auch ein paar Tränen. Mit diesem Selfie verabschiedete sich Tierpark-Chefin Verena Kaspari am Wochenende von Hokan (rechts) und seiner neuen Herde.
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Noch lächelt sie, dann flossen auch ein paar Tränen. Mit diesem Selfie verabschiedete sich Tierpark-Chefin Verena Kaspari am Wochenende von Hokan (rechts) und seiner neuen Herde.

Tierpark-Chefin Verena Kaspari war am Wochenende bei der Auswilderung dabei.

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15. Juni 2016, 12:10 Uhr

Zum Abschied musste Verena Kaspari am Sonnabend doch noch Tränen unterdrücken. „Als Hokan mit seiner neuen Herde aus dem Hänger in den Wald lief, war es sehr emotional“, sagt die Tierpark-Chefin. Sie kam am Sonntag aus Rumänien zurück, wo der zweijährige Wisent-Bulle aus Neumünster unter großem Medien-Interesse in den Karpaten ausgewildert wurde.

Die Vorbereitungen für das WWF-Projekt und die ersten Transporte waren seit Wochen in Planung. Der genetisch sehr wertvolle Hokan wurde Ende Mai erst einmal nach Belgien gebracht, um dort seine neue Herde in Ruhe kennen zu lernen. Von dort aus wurden anschließend alle zehn Tiere, die aus verschiedenen Zoos aus Europa stammen und nach ihrer Genetik ausgesucht wurden, per Transporter nach Rumänien gebracht. „Der letzte Abschnitt der langen Reise, die Fahrt hoch in die Berge, war dann für das gesamte Team eine besondere Herausforderung. Tagelanger Regen hatte die engen unbefestigten Waldwege außerordentlich matschig gemacht. Zusätzlich begleitete daher ein Bagger den Konvoi, der den Tiertransporter immer wieder aus dem Matsch rausziehen musste“, berichtet Verena Kaspari. Zunächst lebt Hokan nun in einem noch bewachten Gebiet, ehe es für das Schwergewicht auf die 150 Hektar große Auswilderungsfläche geht.

Hokans Großmutter war ein in der Wildnis geborenes Tier, und somit bringt der Bulle eine für das Projekt sehr wertvolle Genetik mit. Weitere Tiere aus Neumünster sollen bis 2025 ausgewildert werden, kündigt Kaspari an. Die Kosten in Höhe von einigen tausend Euro finanziert der Tierpark aus einer zweckgebundenen Erbschaft sowie aus Spenden.


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