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Stippvisite : Wirtschaftsminister Gabriel gab sich bürgernah

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sigmar Gabriel (SPD) schlenderte entspannt und interessiert über den Kantplatz und hörte sich die Vorschläge der Wohnungswirtschaft an.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Ein freundliches Gespräch mit der rüstigen Rentnerin Anneliese Welebny (88), ein fröhliches „Hallo“ an die drei Jungs, die auf ihren Rädern erstaunt die Menschenansammlung beobachteten: So sonnig wie das Wetter am späten Mittwochnachmittag zeigte sich auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei seiner Stippvisite in Neumünster. Auf dem Kantplatz suchte der Vizekanzler sofort die Nähe zu Passanten und stellte OB-Kandidatin Elke Christina Roeder dabei ein wenig in den Schatten.

Kaum hat er seine Limousine verlassen, geht der SPD-Parteivorsitzende auf die Leute an der Bushaltestelle zu. Mit Artur Wutzke (83) spricht er über die Mieten in der Böcklersiedlung, fragt, ob das Einkommen des Rentners ausreicht. Knapp 600 Euro warm zahle er für 60 Quadratmeter. Damit komme er zurecht, berichtet Wutzke. Gabriel ist beeindruckt.

Weiter geht es zum ehemaligen Gemeindehaus am Kantplatz. Das Gebäude hat das Ehepaar Rainer und Erika Stüben 2011 von der Kirche erworben und zu Wohnungen und dem neuen Archiv des Kirchenkreises umgebaut. Erika Stüben lobt: „Hier im Stadtteil ist viel passiert. Früher war die Kriminalität hoch, der Ruf schlecht. Jetzt ist das hier ein moderner und beliebter Wohnort.“ Der Minister ist interessiert, stellt viele Fragen. So lässt er sich etwa von Birgit Ostenkotter und Nils Martiensen von der Pflege-Diakonie die Einkommensstruktur der Bevölkerung in der Böcklersiedlung erklären.

Uwe Honsberg, Geschäftsführer der Wobau, und sein Kollege Frank Natusch von der Baugenossenschaft Holstein nutzen die Chance, dem Minister ein paar Vorschläge mit auf den Weg zu geben. Beide setzen sich für eine Rückbauprämie ein. „Bisher gibt es Geld immer nur für Neubauten. Wir haben hier aber viele Leerstände. Da wäre es gut, wenn wir auch für den Abriss Unterstützung bekommen“, sagte Honsberg. Der Minister nickt zustimmend.

Gabriel ist am Ende zufrieden. Der Goslaer hat sein Versprechen eingelöst, seine Parteifreundin aus dem einflussreichen niedersächsischen Landesverband im Wahlkampf zu unterstützen. Elke Christina Roeder, von 2006 bis 2014 Bürgermeisterin von Bad Pyrmont, lobt noch einmal ausdrücklich das Bundes-Städtebauprogramm Stadtumbau West. Würde sie gewählt, werde sie weitere Mittel auch für die Sanierung anderer Stadtteile abrufen, kündigt sie an. „Das ist ja toll. Normalerweise ist der Bund doch immer an allem Schuld. Nur in Neumünster ist das anders“, witzelt Gabriel.

 

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