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Konjunkturbarometer : Wirtschaft stabil: Weniger Insolvenzen, mehr Umsatz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unternehmensverband legte die Ergebnisse seiner Herbstumfrage vor

von
erstellt am 31.Okt.2014 | 05:30 Uhr

Neumünster | Im Durchschnitt meldet sich ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung rund 25 Tage im Jahr krank, berichteten gestern Jens van der Walle, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Mittelholstein (UVM), dessen Vize Ulf Michel und UVM-Geschäftsführerin Dr. Martina Tambert-Thomas in ihrer Herbstpressekonferenz. Diese Zahlen seien bedenklich, meinten sie.

Die 1421 Beschäftigten der Stadt haben im vergangenen Jahr an 35 445 Tagen krankheitsbedingt gefehlt. „6,8 Prozent der Mitarbeiter sind krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erschienen. Im Vergleich waren es bei sämtlichen Pflichtmitgliedern in der gesetzlichen Krankenversicherung lediglich 3,8 Prozent. Diese große Differenz erfordert Maßnahmen“, sagte van der Walle. Die Stadt habe das Problem aber erkannt und bereits eine Gesundheitsmanagerin eingestellt.

Für die Stadtverwaltung ist der UVM aber gar nicht zuständig, und das eigentliche Thema des Tages war die wirtschaftliche Situation in Neumünster. Die Skepsis führender Wirtschaftsforschungsinstitute bestätige sich hier zumindest nicht. So erwarten 84 Prozent von 93 Mitgliedsunternehmen gleichbleibend gute oder steigende Umsätze. Das geht aus der Befragung der Mitglieder hervor. „Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat sich der positive Frühjahrs- und Sommertrend der Neumünsteraner Wirtschaft bestätigt“, hieß es. Alle befragten Unternehmen seien in guter Verfassung und gingen optimistisch ins neue Jahr.

Auch zur Investitionsbereitschaft konnte der UVM positive Zahlen nennen: 39 Prozent der Unternehmen wollen in die Sanierung bestehender Objekte und in neue Anlagen investieren. 29 Prozent planen sogar Kapazitätserweiterungen. „Investitionsbereitschaft ist und bleibt ein wichtiger Indikator“, sagte Jens van der Walle.

Erfreut nahm der UV-Vorstand die Umsatzerwartungen für das erste Quartal 2015 zur Kenntnis: Demnach glaubt jedes dritte Unternehmen an steigende Umsätze. „Das sind wirklich gute Herbstergebnisse“, bescheinigten die UV-Oberen. Ein eindeutiger Beleg für Stabilität sei zudem der Rückgang der Insolvenzen: 2012 gab es 49 Unternehmen, bis Mitte dieses Jahres „nur“ 17.

Jens van der Walle und Ulf Michel hatten aber nicht nur Positives zu vermelden und blickten etwa auf die neue Bundesgesetzgebung, durch die „negative Einflüsse in unserem Land zunehmen“, beispielsweise die Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro.

Ein akutes Problem bleibt die qualifizierte Besetzung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. „Über alle Branchen betrachtet konnten nur 63 Prozent der befragten Unternehmen, die Ausbildungsplätze angeboten haben, alle Positionen auch besetzen. Viele Unternehmen haben es mit Bewerbern zu tun, denen es nicht nur an sozialen Kompetenzen fehlt, sondern auch an der Schulbildung“, meinte die UV-Spitze.

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