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Neuer Chef an der Alemannenstrasse : „Wirklich gut ist Polizei nur im Team“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor 90 Gästen wurde gestern der Leitende Kriminaldirektor Dirk Czarnetzki als Leiter der Polizeidirektion Neumünster offiziell ins Amt eingeführt

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 08:20 Uhr

Neumünster | Er sei zielgerichtet, zupackend, offen, verbindlich, verlässlich und vertrauensvoll. Innenminister Hans-Joachim Grote spart nicht mit lobenden Worten und kommt zu dem Schluss: „Dirk Czarnetzki ist ein Vorbild.“ Der 51-Jährige hat im April die Leitung der Polizeidirektion Neumünster von seinem Vorgänger Bernd Lohse übernommen. Er ist für etwa 700 Mitarbeiter in zwölf Dienststellen in Neumünster und im Kreis Rendsburg-Eckernförde zuständig und damit für die Sicherheit auf einer Fläche von gut 2200 Quadratkilometern mit rund 345  000 Bürgern. Gestern erhielt er im Museum Tuch + Technik auch offiziell die Ernennungsurkunde.

Czarnetzki hat den Ort der Feierstunde mit Bedacht gewählt. Der Neumünsteraner ist am anderen Ende des Kleinfleckens in der Vicelinkirche getauft worden. An der Holstenschule macht er sein Abitur und durchläuft ab 1985 eine Karriere im Polizeidienst, wie sie im Buche steht. In verschiedenen Dienststellen in ganz Schleswig-Holstein ist er tätig, sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land. Er macht die Ausbildung für den höheren Polizeivollzugsdienst, geht an die Deutsche Hochschule der Polizei nach Münster-Hiltrup. Hans-Joachim Grote umschreibt es vor den 90 hochrangigen Gästen aus Politik, Verwaltung und Kirche so: „Sie kennen den Alltag des Sachbearbeiters so wie den des Ausbilders und der Führungskraft. Sie haben auch in Altenholz an der Fachhochschule unterrichtet. Und bekanntlich schult nichts derart grundlegend, wie selbst eine Unterrichtsstunde abhalten zu müssen.“ Besonders beeindruckt den Minister ein Eintrag in Amtsdeutsch in der Personalakte des neuen Amtsleiters: „Sie haben den ‚Führerschein Straße‘. Ich frage mich, wo man sonst mit dem Auto fahren sollte.“

Czarnetzki nimmt die lockere Atmosphäre gerne auf. Er unterstreicht aber zugleich die Bedeutung der Landespolizei, verwahrt sich gegen voreilige Kritik. „Die Menschen vertrauen darauf, dass wir unsere Arbeit gut machen und Gefahren, wo auch immer sie sind, von ihnen abwenden.“ Ziel sei es, immer besser zu werden. Das gehe nur gemeinsam. „Wirklich gut ist Polizei nur im Team“, sagt er. Die Herausforderung sei dabei für jeden, selbstständig zu handeln und das Richtige zu tun. Er setze auf Meinungen und auch Kritik aus allen Ebenen, wenn sie an der richtigen Stelle angebracht werden, sagt Czarnetzki und macht deutlich, dass seine Türen immer offen

stehen.

Das ist in der derzeitigen Situation ein klares Zeichen. In der Polizeidirektion Neumünster ändert sich einiges. An vielen Stellen ist neues Personal gekommen. Die Strukturreform neigt sich dem Ende. Im Dezember soll die neue Innenstadtwache eröffnet werden (der Courier berichtete). „Der Ball liegt im Strafraum. Gemeinsam werden wir ihn wohl bis Jahresende über die Linie bringen“, sagt Czarnetzki in Fußball-Deutsch und würdigt damit auch die Leistungen seines Vorgängers Bernd Lohse, der im Publikum sitzt. Und mit Blick auf die neue Wache an der Parkstraße wird er ein wenig politisch. Man brauche vielleicht nicht überall in der Fläche Polizei, sondern müsse sie dort „wohldosiert einsetzen, wo die Not am Größten ist“.

Am Ende gibt es viel Applaus, auch von Czarnetzkis Kindern und von seiner Ehefrau. Die bekommt vom Innenminister dann noch ein Extralob. „Sie halten ihrem Mann den Rücken frei, das ist nicht selbstverständlich und nicht immer einfach“, sagt Hans-Joachim Grote und überreicht einen bunten Blumenstrauß.

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