FEK in Neumünster : Wird der Klinik-Neubau teurer?

Die Baustelle Ende Juli: Das zweite Bettenhaus (rechts) wächst, und im Innern des bestehenden Krankenhauses wurde der Baukörper bis auf zwei Geschosse bei laufendem Betrieb abgetragen.
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Die Baustelle Ende Juli: Das zweite Bettenhaus (rechts) wächst, und im Innern des bestehenden Krankenhauses wurde der Baukörper bis auf zwei Geschosse bei laufendem Betrieb abgetragen.

Der Bauboom wird zum Unsicherheitsfaktor: Ausschreibungen für weitere Bauarbeiten könnten für böse Überraschungen am FEK sorgen.

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16. August 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Der zweite Bauabschnitt des Friedrich-Ebert-Krankenhauses liegt voll im Zeitplan. Das Bettenhaus am Sachsenring wächst für die Öffentlichkeit deutlich sichtbar. Die Patienten ertragen den Lärm und die Beeinträchtigungen durch die Arbeiten geduldig. Und sogar der Finanzrahmen wurde bisher eingehalten. Doch auch, wenn bislang alles nach Plan läuft, musste Geschäftsführer Alfred von Dollen jetzt im Aufsichtsrat doch die Alarmglocke läuten. „Prophylaktisch“, sagte er gestern beim Besuch der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Marret Bohn.

„Wir sind froh, dass wir mit dem FEK nicht die Probleme wie mit den Stadtwerken haben“, betonte der Grünen-Ratsherr und Aufsichtsratsmitglied Hans-Heinrich Voigt. Er spielte auf das Millionen-Defizit in der Bilanz des Kommunalversorgers an, das unter anderem durch steigende Baupreise bei laufenden Glasfaser-Projekten entstanden ist. Doch jetzt stehen die nächsten Ausschreibungen für den FEK-Neubau an. „Wie die ausgehen werden, wissen wir nicht – und deshalb auch nicht, ob das Geld reicht“, so Voigt.

Dass es bisher keinerlei Kostenüberschreitung gegeben habe, wertet Voigt als großen Erfolg. Allerdings wurden bei einem Bauvolumen von 80 Millionen Euro bisher erst 35 Millionen Euro verbaut. „Deshalb habe ich im Aufsichtsrat jetzt deutlich gemacht, dass ein Risiko besteht und wir mit Abweichungen rechnen müssen“, so von Dollen.

Aus dem Rathaus – die Stadt ist alleinige Gesellschafterin des FEK – habe er daraufhin positive Signale empfangen. Und auch Voigt betonte: „Was auf keinen Fall eintreten darf, wenn das Geld alle ist, ist ein Baustopp.“ Dann würde alles noch viel teurer. Deshalb sei die Stadt gut beraten, dem FEK, das im Übrigen schwarze Zahlen schreibe, finanziell den Rücken zu stärken.

Grünen-Expertin Marret Bohn, die selbst um die Jahrtausendwende ihre Facharztausbildung im FEK absolviert hatte, sagte ihre Unterstützung zu und zeigte sich beeindruckt davon, wie sich die Arbeitsabläufe im Krankenhaus durch den Neubau verbessern werden. Und sie hatte auch konkrete Vorschläge im Gepäck, die bei der weiteren Finanzierung helfen könnten. Sie verwies auf den Versorgungssicherungsfonds, auf den sich die Jamaika-Koalitionäre verständigt hatten und der nun mit Geld hinterlegt sei. Mit ihm sollen stationäre und ambulante Angebote besser verzahnt werden. Im Falle des FEK könnte Geld in die Ausgestaltung der Notfallambulanz fließen, sagte sie.

Und weil bei der Finanzplanung für den zweiten Bauabschnitt noch noch klar war, dass man den Hubschrauberlandeplatz aufs Dach des Neubaus verlegen muss, werde sie auch dieses Thema mit in die Verhandlungen über das neue Rettungsdienstgesetz in Kiel nehmen. Dabei geht es immerhin um zusätzliche 2,8 Millionen Euro, deren Finanzierung bisher noch nicht geklärt ist.

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