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Lärmschutz : Wirbel um Lärmschutzwand in Wittorf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anwohner von Altonaer Straße und Ochsenweg wollen die Matten nicht pflegen. Der Rat muss wohl neu entscheiden

Alles ist vorbereitet. Bereits im Frühjahr rodeten Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums einen Knick am Ochsenweg, Baugenehmigungen und Planungen liegen vor. Eigentlich hätten in diesen Tagen die Bagger rollen sollen, um die alten Betonringe entlang der Altonaer Straße abzureißen und eine neue Geflechtwand als Lärmschutz aufzubauen. Doch nichts passiert gegenüber der Einmündung der Oderstraße, nur wenige hundert Meter vom Designer-Outlet-Center entfernt. Der Grund: Die Anwohner weigern sich, den neuen Lärmschutzwall dauerhaft zu pflegen. So sehen es die Planungen der Stadt vor. Die Verhandlungen zwischen den Parteien sind ins Stocken geraten.

Den Sachstand beschreibt Bauamts-Chef Rolf-Josef Schnittker: „Die derzeitige Lärmschutzwand aus Betonringen ist ein Eigenbau und entspricht nicht den Normen. Daher hat die Ratsversammlung uns beauftragt, für Ersatz zu sorgen. Dieser soll wie die alte Wand auf den Grundstücken von drei Anliegern des Ochsenwegs errichtet werden. Damit würde die neue Wand in das Eigentum der Grundstücksbesitzer übergehen. Die Stadt kann während der ersten fünf Jahre die Gewährleistung und Pflege übernehmen, anschließend soll diese Aufgabe dann aber aus Kostengründen an die Bewohner übergehen.“ Soweit die Theorie.

In der Praxis aber wehren sich die Anlieger gegen die Verantwortung, die ihnen aufgebürdet werden soll. Denn als neuer Lärmschutz ist ein Kokosmatten-Wall vorgesehen, und der ist laut Dietmar Rubach sehr pflegeintensiv. „Ich habe mir so etwas in Harrislee angeschaut. Das ist viel Arbeit“, sagt der Anwohner.

Gemeinsam mit seinen Nachbarn hat er nun der Verwaltung einen Gegenvorschlag unterbreitet. Er will der Stadt gegebenenfalls einen Streifen seines Grundstücks schenken, damit dort dann die Lärmschutzwand gebaut werden kann. Das wiederum lehnt Rolf-Josef Schnittker zum jetzigen Zeitpunkt ab. „Dann müsste die Stadt für die Pflege, Erneuerungen und die Instandhaltung aufkommen und womöglich in 50 Jahren etwas Neues bauen. Das alles kostet viel Geld“, sagt er. Für ihn ist der Fall damit eigentlich klar: „Ändert sich nichts an der derzeitigen Lage, muss die Ratsversammlung sich neu mit dem Thema beschäftigen. Die Politiker müssen dann entscheiden, ob sie diese Kosten verantworten können oder nicht.“

In die Vermittlung zwischen Anliegern, Verwaltung und Politik hat sich Sabine Krebs eingeschaltet. Die CDU-Frau aus dem Stadtteilbeirat, in deren Wahlkreis die Lärmschutzwand steht, setzt auf eine Entscheidung im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss bei der nächsten Sitzung am 26. September. „Dort werden sich die Mitglieder mit dem Thema beschäftigen und vielleicht auch eine Alternative finden, mit der alle Beteiligten leben können“, sagt sie.


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erstellt am 04.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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