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23. Oktober 2017 | 16:01 Uhr

"Wir haben unsere Saison vergoldet"

vom

Fußball-Regionalligist VfR Neumünster feiert ausgelassen den Landespokalsieg und den damit verbundenen Einzug in den DFB-Pokal

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | "Die Bayern." Kusi Kwames Antwort auf die Frage nach seinem Wunschgegner in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals kam wie aus der Pistole geschossen. Der 23-Jährige war am Himmelfahrtstag der Held des Abends, hatte er doch seinen VfR Neumünster mit einem butterweichen Schlenzer in den Dreiangel in der 85. Minute zum Pokalsieger auf Landesebene gemacht und den Verein somit in den lukrativen DFB-Pokal befördert.

Der 1:0-Erfolg über den sich lange erfolgreich wehrenden SH-Liga-Tabellendritten TSV Kropp beschert Rasensport dank der Zentralvermarktung des Deutschen Fußball-Bundes eine Garantiesumme in Höhe von 108 000 Euro. "Geld, das wir in die Infrastruktur des Vereins und die Kaderplanung stecken können", verriet Vorsitzender Detlef Klusemann und betonte: "Wir werden nicht den Fehler machen und alles ausgeben, sondern einen gewissen Betrag als Puffer verwenden." Immerhin drücken den nun zum dritten Mal im DFB-Pokal mitspielenden Club weiterhin Altlasten in sechsstelliger Höhe, wobei jüngst 35 000 Euro Schulden bei der Berufsgenossenschaft abgetragen wurden. Während Klusemann als Wunschgegner den Zweitligisten FC St. Pauli nannte, lehnte sich der erneut als Kapitän fungierende Finn Thomas weit aus dem Fenster. Der Hamburger SV sei ein dankbarer Gegner, tönte der 25-Jährige. "Wir haben unsere Saison vergoldet", stellte Thomas nach dem Pokalsieg fest und wünschte sich als Anerkennung von der Stadt einen Rasenmäher: "Mehr muss es gar nicht sein." Der nur fünf Meter weiter postierte Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek wiegelte prompt mit ernster Miene ab: "Wir befinden uns in einer Konsolidierungsphase."

Unterdessen machten weitere Wunschgegner die Runde. VfR-Trainer Ervin Lamce, der in in das gleiche Horn wie Thomas blies und die äußeren Bedingungen kritisierte ("Auf diesem schlechten Platz war es für uns schwierig, das Spiel zu organisieren."), träumte vom FC Bayern. "Der neue Trainer ,Pep Guardiola hier an der Geerdtsstraße. Das hätte doch was", lachte der Rasensport-Coach und lobte die Neumünsteraner Fans, "die alleine mit ihrer Choreographie zu Spielbeginn für südamerikanisches Flair gesorgt haben".

Der gegen Kropp wieder einmal überragende VfR-Torhüter Marcus Hesse würde zu gerne gegen seinen ungeliebten Ex-Club Dresden spielen ("Und die Dynamos dann wegschießen."). Doch daraus wird voraussichtlich nichts, sind die Sachsen doch nach aktuellem Stand wegen wiederholter schwerer Ausschreitungen ihrer Fans in der kommenden Saison vom DFB-Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen.

Neben den Spielern kam am Donnerstag auch VfR-Betreuer Klaus Jäger ins Schwitzen. Der Mann, der später völlig treffend von einem "echten Herzschlagfinale" sprach, musste während der Partie mehrere Bälle aufpumpen, die offensichtlich beim Frauenfinale zuvor einiges an Luft gelassen hatten. So wurde das Spielgerät in der Anfangsviertelstunde mehrfach ausgetauscht, was die ohnehin angespannten Nerven aller Beteiligten auf und neben dem Platz noch mehr strapazierte. Darüber konnte man zumindest im Lager der Hausherren am Ende wieder lachen. Auch ging Rasensport-Coach Lamce zur sachlichen Analyse über: "Wir haben schlecht angefangen, uns zu viele Ballverluste geleistet. Der ungeheure Druck, der auf den Spielern lastete, war deutlich spürbar. Nach diesen 90 Minuten zählt aber nur eins: der Sieg." Derweil versprach 2. VfR-Vorsitzender Gerd Grümmer, die wohl Mitte/Ende Juni stattfindende Auslosung der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde in ein Vereinsevent einzubetten. "Lasst euch überraschen", rief er bestens gelaunt in die Runde. Apropos Runde: Zum Aufgalopp des DFB-Pokals 2013/14 am ersten August-Wochenende spielt Rasensport entweder gegen einen der 18 jetzigen Erstligisten oder einen der Zweitligisten, die am Ende der laufenden Saison einen Tabellenplatz zwischen 1 und 14 eingenommen haben. Die VfR-Partie wird dann beim Pay-TV-Sender Sky als Live-Spiel oder in der Pokal-Konferenz zu sehen sein.

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