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Grossenaspe : Windpark erwägt Klage gegen das Land

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Großenasper dürfen eigenen Strom erzeugen, doch der Windpark wurde abgelehnt.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Grossenaspe | Die Kommunalaufsicht sagt Ja, das Land sagt Nein: Der Bau der landesweit ersten gemeindeeigenen Windkraftanlage in Großenaspe liegt erst einmal auf Eis.

Nach fast zweijährigen zähen Verhandlungen stimmte jetzt zwar die Kommunalaufsicht des Kreises Segeberg (landesweit erstmalig) dem Betreiben einer gemeindeeigenen Windkraftanlage zu. Immerhin sollen rund zwei Millionen Euro für die Versorgung von bisher rund 300 interessierten Haushalten investiert werden (der Courier berichtete). Doch die Genehmigung für den Bürgerwindpark, in dem auch die Windkraftanlage der Gemeinde als eine von sieben Windrädern stehen soll, wurde von der Landesregierung, sprich dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), abgelehnt. Der Grund: Der Deutsche Wetterdienst hatte Einspruch erhoben, weil befürchtet wird, dass die Windkraftanlagen die
Radaranlage in Boostedt beeinträchtigen.

Daran änderte auch der persönliche Besuch von Großenaspes Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) und Dr. Hans-Günther Lüth, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Bürger-Windpark Großenaspe GmbH & Co. KG, bei Umweltminister Robert Habeck (Grüne) nichts.

„Bei unserem Besuch war von einem politischen Willen zur schnellen Umsetzung der Energiewende leider nichts mehr zu spüren“, sagte Lüth auf Anfrage. Da das Verfahren jetzt höchstwahrscheinlich vor Gericht gehe, habe sich das Ministerium wohl entschieden, lieber den Windpark klagen zu lassen, um bei einem Sieg des Wetterdienstes mit einer bestehenden Genehmigung etwaigen Schadensersatzansprüchen aus dem Wege zu gehen. „Doch Ansprüche unsererseits werden natürlich auch fällig, wenn die Genehmigung versagt wird und wir den Prozess gewinnen. Eine sachlich richtige Entscheidung wird hierbei völlig ausgeblendet“, erklärte Lüth sichtlich enttäuscht.

Um den Einspruch des Wetterdienstes zu entkräften, hatte die Betreibergesellschaft selbst zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Diese kamen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass die Aufgaben der Boostedter Radarstation (Warnung vor Unwettern und Hochwasser) durch den Großenasper Windpark nicht beeinflusst werden.

Dennoch wird der Bürger-Windpark jetzt wohl auf nicht absehbare Zeit „auf Eis“ liegen. Doch aufgeben wollen Klinger und Lüth nicht. Die Betreibergesellschaft, zu der auch die Gemeinde gehört, prüft eine Klage gegen das Land. „Wir werden da auf jeden Fall dran bleiben, denn wir sind überzeugt davon, dass sich in Großenaspe die Windmühlen drehen werden“, erklärten beide einhellig.






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