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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 18:19 Uhr

Grossenaspe : Windpark: Bürger sind skeptisch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eurowind Energy stellte sein Projekt vor.

Grossenaspe | Kaum hat das Land seine Windenergie-Pläne vorgestellt (der Courier berichtete gestern), stehen die Projektierer vor der Tür. Die Hamburger Firma Eurowind Energy möchte zwischen Großenaspe und Brokenlande (westlich der Autobahn A  7) einen weiteren Windpark errichten. Vorgestellt wurde das Projekt am Dienstagabend von zwei Mitarbeitern des Unternehmens, Bernd Arnecke und Dirk Buschmann, auf der Sitzung des Planungs- und Maßnahmenausschusses. 30 Bürger hatten sich zur Sitzung eingefunden.

Aufgebaut werden sollen demnach auf einem rund 40 Hektar großen Gelände sieben Anlagen der Drei-Megawatt-Klasse mit einer Höhe von 150 bis 200 Metern. Sollte das Land die Genehmigung erteilen, könnten die Anlagen 2020 an den Start gehen.

„Die Fläche, die wir beplant haben, liegt in einer Zone, die heute als Vorrangfläche im neuen Regionalplan veröffentlicht wurde“ (der Courier berichtete), sagte Arnecke und zeigte das anhand der Planungskarte auf. Erste Eigentümer hätten bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Investition Windenergie erklärt. Auch habe man bereits mit einigen der acht bis zehn Eigner Nutzungsverträge geschlossen, hieß es vonseiten der Windparkbetreiber.

„Es ist keine Konkurrenzplanung zum geplanten Bürgerwindpark. Beide Flächen könnten nebeneinander funktionieren“, führte Arnecke auf Anfrage aus der Zuhörerschaft aus. Außerdem erklärte er, dass die Gemeinde, selbst wenn die Einwohner den Windpark ablehnen würden, nach den Kriterien des neuen Regionalplans keinen Einfluss auf das Vorhaben nehmen könnte. „Nur ein Nein aus der Gemeinde wäre für eine Ablehnung nicht relevant“, erklärte er.

Von den Sitzungsteilnehmern wurde die Vorstellung mit großer Skepsis begleitet. Kritisch beurteilt wurden vor allen Dingen die Höhe der Anlagen und die „Umzingelung“ des Ortes mit Windrädern. Ebenfalls auf Unglaube stieß die Aussage der Investoren, dass bereits fast alle Eigentümer ihre Zustimmung gegeben hätten. „Ich glaube, die bluffen – so nach dem Motto: Die anderen haben auch schon unterschrieben. Sonst hätte ich davon schon mehr gehört“, erklärte unter anderem Freerk Remmers, der in nächster Nähe zu dem Planungsgebiet wohnt.

Vorgestellt wurden auf der Sitzung außerdem die Pläne für den Radweg zwischen Großenaspe und Bimöhlen. Hier habe das Land mittlerweile bestätigt, dass die Fördermittel auch bei einem Baubeginn im kommenden Jahr zur Verfügung stehen werden (der Courier berichtete). Des Weiteren wurde die Verwaltung beauftragt, weitere Möglichkeiten zur Einrichtung von Tempo-30-Zonen im Ort zu prüfen.  


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