zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 08:34 Uhr

Ehndorf : Windkraft: Die Bürger sind skeptisch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

65 Leute waren bei der Einwohnerversammlung.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Ehndorf | „Laut Teilaufstellung Regionalplan II, Sachthema Windenergie hat das Land auf Ehndorfer Gebiet 223 Hektar ausgewiesen, auf denen potenzielle Betreiber Windmühlen aufstellen dürfen“, erläuterte Bernd Philipp am Dienstagabend während einer Einwohnerversammlung im Ehndorfer Bürgerhaus. Das Thema Windkraft stößt in Ehndorf auf großes Interesse. 65 Gäste füllten das Bürgerhaus bis auf den letzten Platz.

Die Gemeindevertreter rund um Bürgermeister Hauke Göttsch hatten den Stadtplaner mit einer Stellungnahme zum Regionalplan beauftragt. Bernd Philipp präsentierte sogenannte Tabukriterien zur Ausweisung von Vorrangflächen. Waldflächen, Naturschutzgebiete und der Flächennutzungsplan gehören ebenso dazu wie Schutzstreifen an Gewässern, Einzelgehöfte im Außenbereich und Landschaftsschutzgebiete. „Das, was nach Abzug aller Kriterien übrig bleibt, kommt als Vorrangfläche in den Regionalplan. Und in Ehndorf weist der momentan eine Fläche von 223 Hektar im Nordwesten der Gemeinde aus“, erklärte der Stadtplaner.

Windmühlen in ihrer Gemarkung stehen die Ehndorfer seit Jahren kritisch gegenüber. Bereits 2010 hatte es einen Bürgerentscheid zum Thema gegeben. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 64,69 Prozent. 72,26 Prozent der Wahlberechtigten stimmten gegen einen Windpark in der Gemeinde.
Bange Fragen nach akustischer Beeinträchtigung durch rotierende Flügel und Schlagschatten bestimmten auch am Dienstagabend die überwiegend ablehnende Haltung der Bürger.

„Wollen die Ehndorfer denn überhaupt Windmühlen auf ihrem Gebiet?“, hieß es aus dem Publikum. Darum gehe es nicht, sagte Philipp. Mit dem Ja zu Energiewende habe die Windenergie große Aufwertung erfahren. „Das Land Schleswig-Holstein stellt hierfür zwei Prozent seiner Flächen zur Verfügung und erarbeitet anhand der Kriterien seine Regionalpläne“, erläuterte Bernd Philipp. „Sicherheit und Ordnung geht den Verantwortlichen dabei vor Schnelligkeit“, betonte Philipp. Er gehe deshalb davon aus, dass der Regionalplan II nicht der letzte gewesen ist. „Momentan sehe ich noch viele Planungsprobleme, die einer juristischen Auseinandersetzung nicht standhalten werden“, fügte er hinzu. „Es wird weitere Beteiligungsverfahren geben“, sagte der Fachmann. Das erste Verfahren endet am 30. Juni. Daran will sich Ehndorf mit Bernd Philipps Stellungnahme beteiligen. 



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen