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Timmaspe : Windkraft: „Das Dorf hat bis heute nichts davon“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Diskussion im Dorf: Die zehn Anlagen sollen durch fünf höhere Windräder ausgetauscht werden .

In der letzten Zeit war es um das Thema Windpark in Timmaspe relativ still geworden. Doch auf der Einwohnerversammlung, zu der die Gemeindevertretung am Mittwochabend eingeladen hatte, wurde deutlich spürbar, dass sich die Gemüter in dieser Angelegenheit keineswegs beruhigt haben.
Die mehr als 80 Teilnehmer im Saal des Asper Krugs machten denn auch schnell deutlich, dass sie in Mehrzahl dem vorliegenden Antrag der Verwaltungsgesellschaft Treucon zum sogenannten Repowering (Erneuerung der Windkraftanlagen) mehr als skeptisch gegenüberstehen.

Der Antrag sieht vor, die jetzt zehn Anlagen mit einer Nabenhöhe von 60 Metern (Gesamthöhe 100 Meter) durch fünf Anlagen mit einer Nabenhöhe von 119 Meter (174 Meter Gesamthöhe) zu ersetzen. Grund dafür sei, so führte Monika Hentze (Geschäftsführerin der Treucon) aus, dass der Windpark in seiner bestehenden Form mit einer Ertragssituation von 75 Prozent nicht rentabel wirtschafte. „An diesem Standort wurden von vornherein die falschen Anlagen gebaut. Mit den neuen Windrädern erhoffen wir uns ein besseres Ergebnis, sodass dann auch die seit der Inbetriebnahme des Parks im Jahr 2001 avisierten Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 25 000 Euro jährlich für die Gemeinde fließen“, erklärte sie.

Ob und inwieweit die jetzigen rund 50 Gesellschafter dem Repowering zustimmen, stehe allerdings noch nicht fest. Auch die Gründung einer neuen Gesellschaft werde deshalb zurzeit geprüft, teilte Hentze mit.

Im Anschluss erläuterte Jens Schöttler, Geschäftsführer der Gesellschaft erneuerbarer Energien Europa E3, dessen Firma die neuen Windräder bauen würde, das Modell der sogenannten Vesta-V112-Anlage in ihrer Funktion. Etwa vier Millionen Euro kostet eine Anlage. Vorgestellt wurden von ihm dabei auch die möglichen planerischen Standorte. In lebhafter Diskussion wurden schließlich zahlreiche qualifizierte Einzelfragen zur Technik sowie auch zur zukünftigen Belastung der betroffenen Anwohner gestellt.

Letztlich machte sich die Mehrzahl der Teilnehmer jedoch zu den nicht eingehaltenen Versprechen der Betreiber Luft. „Sie wollen uns doch nur bange machen. Bisher ist kein Geld geflossen. Wieso sollte das also jetzt der Fall werden“, hieß es dazu allenthalben. „Auf unserer Seite ist das Vertrauen erschüttert. Wir haben dem Windpark damals aus ökologischen Gründen zugestimmt. Doch gehandelt wird dabei nur rentabilitätsorientiert. Das Dorf hat jedenfalls bis heute nichts davon“, hieß es aus dem Kreis der Anwesenden weiter.

Eine geforderte Stimmungsabfrage zu dem vorgestellten Antrag lehnte Timmaspes Bürgermeisterin Meike Derner (KWG) am Ende des Abends zwar ab. Die Gemeindevertretung will sich jedoch bemühen, zeitnah weitere Meinungen aus der Einwohnerschaft einzuholen. „Denn wenn wir sagen,
wir wollen es nicht, müssen wir dies begründen. Einfach nur Nein sagen
reicht hier nicht“, erklärte sie abschließend.  










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