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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 09:21 Uhr

Wasbek : Windenergie beschäftigt die Wasbeker

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gut 100 Gäste kamen am Mittwochabend zur Einwohnerversammlung / Neue mögliche Windparks wurden kritisch beleuchtet

Wasbek | Den 30. Juni haben sicher viele Schleswig-Holsteiner im Kalender rot markiert. Dann endet die Frist, in der Stellungnahmen zum Wind-Plan der Landesregierung abgegeben werden können. „Jede Privatperson und jede Gemeinde hat das Recht, eine Stellungnahme abzugeben“, erklärte Wasbeks Haupt- und Finanzauschuss-Vorsitzender Michael Hollerbuhl am Mittwochabend den gut 100 Gästen, die sich zur Einwohnerversammlung in Kühls Gasthof eingefunden hatten.

Ein Arbeitskreis aus Experten stellte den Wasbekern einige begründete Anregungen vor, die aus stadtplanerischer und landschaftlicher Sicht die Errichtung von Windrädern rund um Wasbek kritisch beleuchten. So stellte Stadtplaner Maximilian Müller vor, dass eine Siedlungsentwicklung außerhalb der Waldgebiete, der Autobahn und des Gewerbegebiets nur noch westlich von Wasbek möglich sei. Diese Flächen hat das Land allerdings für Windräder ausgewiesen. „Damit würden diese Flächen einer Siedlungsentwicklung Wasbeks entgegenstehen“, sagte Müller. Im Regionalplan hat das Land vier Vorrangflächen westlich von Wasbek ausgewiesen, der Arbeitskreis fordert die Streichung von zwei dieser Flächen aufgrund übermäßiger Belastung der Gemeinde. Es geht um das Areal am Hochmoor und in Wasbekerfeld. Die Anwohner seien bereits jetzt durch die Autobahn 7, die Bundesstraße 430, die Bahntrasse und eine Hochspannungsleitung verstärkt Geruchs- und Lärmbelästigung ausgesetzt, hieß es.

Außerdem informierte Michael Hollerbuhl ausführlich über harte, weiche und Abwägungskriterien, die für den Bau von Windrädern gelten. So schließen zum Beispiel Naturschutzgebiete und Ortsinnenbereiche den Bau aus (harte Kriterien). Weiche Kriterien, wie etwa der Abstand eines Windrads von 800 Metern zum Siedlungsbereich beziehungsweise 400 Meter um Einzelhäuser im Außenbereich, sind verbindlich für alle Regionen. „Mir passt der Abstand von 800 Metern nicht. Ich verstehe auch die unterschiedliche Abstandsregel nicht. Und dass der Tierschutz dem Menschen zum Teil übergeordnet ist, will mir nicht in den Kopf“, kommentierte Wasbeks Bürgermeister Karl-Heinz Rohloff. Er räumte dennoch ein: „Meiner Meinung nach ist Windenergie allemal besser als Kernenergie oder Braunkohle.“

Dem Wasbeker Christoph Möbius passt der 800-Meter-Abstand auch nicht: „Das ist viel zu nah an der Wohnbebauung. Außerdem ist bisher bei der Stellungnahme die Lärmbelästigung durch den Flugplatz in Neumünster noch nicht einbezogen worden. Ich bin gegen den weiteren Ausbau von Windrädern, denn der Strom, der produziert wird, soll erst mal abgeleitet werden können.“

Am 17. Mai tagt der Haupt-und Finanzausschuss im Gemeindezentrum und wird eine Empfehlung über die erarbeitete Stellungnahme abgeben. Der Gemeinderat berät dann am 14. Juni um 19.30 Uhr, ob die Stellungnahme so dem Land zugesandt wird. > www. Bolapla-sh.de

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