Bönebüttel : Wildschweinjagd zur Sicherheit

Ein ruhiger Ablauf ist wichtig für Jäger und Wild: Der Hundeführer Carsten Röpcke (links) aus Großharrie nahm mit seiner Setterhündin und Jens Stange aus Neumünster mit einer kleinen Jagdterrier-Meute an der Jagd teil.
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Ein ruhiger Ablauf ist wichtig für Jäger und Wild: Der Hundeführer Carsten Röpcke (links) aus Großharrie nahm mit seiner Setterhündin und Jens Stange aus Neumünster mit einer kleinen Jagdterrier-Meute an der Jagd teil.

Um der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen, sind Jäger rund um Bönebüttel revierübergreifend aktiv geworden.

shz.de von
18. Januar 2018, 12:00 Uhr

Der Plöner Kreisjägermeister Jan-Wilhelm Hammerschmidt ist besorgt. Die sogenannte Afrikanische Schweinepest hat inzwischen Polen erreicht. Das hat auch Folgen für die Neumünsters Umlandgemeinden.

In Osteuropa haben die Ausbruchsfälle von Afrikanischer Schweinepest sowohl bei Haus- als auch insbesondere bei Wildschweinen zugenommen. Daher bewertet das Friedrich-Loeffler-Institut das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland insgesamt als hoch und ruft zur erhöhten Wachsamkeit auf, informierte Hammerschmidt.

Auch vor den Toren Neumünsters haben sich die Jäger über die aktuellen Empfehlungen zur Bejagung der Wildschweine Gedanken gemacht. Vor wenigen Tagen luden die Bönebütteler Jäger deshalb zu einer revierübergreifenden Jagd ein. Über 70 Jäger aus den Revieren Tasdorf, Großharrie, Kleinharrie, Rendswühren, Schillsdorf und den schleswig-holsteinischen Landesforsten waren vor Ort.

„Der aktuellen Entwicklung bei den Wildschweinen und besonders der Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest können wir nur gemeinsam begegnen“, meinte der Bönebütteler Jäger Joachim Loop, auf dessen Hof sich die Grünröcke trafen. Die waren im Übrigen gar nicht klassisch in Grün, sondern in leuchtend orangen Signalfarben angetreten. „Sicherheit geht heutzutage vor“, hieß es.

Rund vier Stunden brachten die Jäger mit Hunden Rehe, Damwild und Sauen in den Revieren in Bewegung. Die Jagdstrecke blieb allerdings überschaubar. Einige Stücke Rehwild und Damwild wurden erlegt. Hinzu kamen vier Wildschweine. Etwa 30 Sauen wurden insgesamt gesichtet. „Allerdings kann längst nicht jedes Stück beschossen werden“, sagten die Jäger. Über einen rund 90 Kilogramm schweren Keiler freute sich Ludwig Isenberg.

Dass bei der Jagd nicht immer alles glatt geht, zeigte eine Begebenheit: Als Jäger und Hundeführer Kai Steinkamp sich einen eigenartigen Spreuhaufen unter einer Fichte gerade genauer ansah, sauste dort ein Keiler heraus und rannte den durchaus erfahrenen Jäger einfach um. Der wurde zum Glück nicht verletzt. Der Keiler hingegen wurde mit einem sauberem Schuss erlegt.

Jagdleiter Klaus Banck aus Bönebüttel sprach letztendlich von einem „erfolgreichen Jagdtag“. Den Sauen ist schwer beizukommen. Das wissen die Jäger.

„Angesichts der drohenden Schweinepest könnten allerdings weniger Sauen in den Revieren durchaus hilfreich sein“, hieß es. Immerhin wurden im aktuellen Jagdjahr, das noch bis zum 31. März läuft, allein in Großharrie 18, und in Bönebüttel 19 Sauen erlegt. Im Hegering Acht, zu dem die teilnehmenden Reviere gehören, sind es statt wie üblich rund 30 bereits 70 Wildschweine, teilte Kai Steinkamp aus dem Hegering mit.

Wegen der Gefahr der Verschleppung der Schweinepest besteht derzeit die Empfehlung an die Jäger, auf eine Teilnahme an Jagden in betroffenen Nachbarländern zu verzichten. Christian Harms-Biß, Jäger und Schweinehalter aus Bönebüttel, hat deswegen bereits auf Jagden in Mecklenburg- Vorpommern verzichtet. „Die Afrikanische Schweinepest hat es bis nach Polen geschafft. Das ist nicht so weit weg“, meinte der Landwirt und Jäger. Auch wenn das Thema Schweinepest kein unbekanntes ist, Unwohlsein bereitet der Gedanke daran schon. „Im eigenen Stall gibt es Hygieneschleusen. Das Stallgelände soll zusätzlich rundum eingezäunt werden. Alles weitere muss abgewartet werden“, so Harms-Biß. Jäger sollten ihre Jagdkleidung nach Revierwechseln oder vor Hofbesuchen bei Freunden reinigen und Jagdschuhe und Stiefel desinfizieren.

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