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Gerisch-Stiftung : Wilde Tiere: Anfassen ist erlaubt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ausstellung mit Werken von Hans Martin Ruwoldt wurde eröffnet / Ministerin sagte kurzfristig ab

Nach der grell-bunten „Nana“-Ausstellung im Sommer hat Brigitte Gerisch mit der aktuellen Herbstausstellung nun einen ruhigeren Ton angeschlagen. „Die Werke von Hans Martin Ruwoldt sind viel verhaltener“, erklärte sie zur Eröffnung von „Ruwoldts Bande-Panther, Tiger und Co.“ am Sonnabend.

Gut 120 Gäste waren in die Villa Wachholtz der Herbert-Gerisch-Stiftung an die Brachenfelder Straße gekommen, um die 100 Exponate des 1969 verstorbenen Hamburger Bildhauers aus dem Besitz seines Schülers und Freundes Manfred Sihle-Wissel zu betrachten. Er berichtete eingangs über Charakter, Leben und Werk seines Lehrers und war offen für Gespräche und Fragen der Besucher. Wen die Kunstfreunde leider nicht zu Gesicht bekamen, war die neue Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Karin Prien (CDU). Sie hatte in letzter Minute aus Termingründen abgesagt.

Hans Martin Ruwoldt (1891-1969) hat sich nach dem ersten Weltkrieg, an dessen Gräueltaten er lange litt, in seiner Arbeit den Tieren genähert. „Er steht in erster Reihe der deutschen Tierplastiker des 20. Jahrhunderts“, erklärte der Bildhauer Sihle-Wissel. So dominieren wilde Tiere aus Bronze die Ausstellung: Eine Giraffe im gestreckten Lauf, ein mächtig ausschreitender Strauß, ein Tiger auf der Pirsch aber auch Torsi, Reliefs und Zeichnungen beeindruckten die Besucher. „Die Ausstellung spricht mich sehr an. Die Dynamik der Giraffe etwa ist unglaublich gut getroffen“, meinte Joachim Schröder aus Neumünster.

„Es gibt viele, die seinen Stil imitiert haben. Aber ihnen allen ist es nicht gelungen, die wirkliche Bewegung des Tieres wiederzugeben“, erklärte Sihle-Wissel. Er ist ein Freund des Hauses und hat auch den im Foyer der Villa stehenden Bronzekopf des verstorbenen Stifters Herbert Gerisch gemacht. „Es ist mir eine große Freude, dass die Werke Menschen gezeigt werden“, meinte der Künstler aus Brammer.

Askon Brehmer, Kunstlehrer an der Immanuel-Kant-Schule, sagte: „Mir gefällt auch, dass man an den Stücken Zeichen des Arbeitsprozesses findet, wie etwa Gussspuren. Ich denke, ich werde mit einer Schulklasse herkommen.“ Das dürfte eine spannende Schulstunde für die Schülern werden, denn die Exponate dürfen angefasst werden. So kann man einen geschmeidigen Panther streicheln oder der Bewegung eines laufenden Bären nachspüren.

Die Ausstellung geht bis zum 22. April. Öffnungszeiten: Mittwoch-Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Führungen jeden Sonntag um 12 Uhr.

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