Karneval in Neumünster : Wilde Show für 180 Weiber

Zum Hinwerfen komisch: Die „Oldies“ vom Carneval-Club Stadtgarde – Henry Reimann (von rechts), Gerhard Fissler und Ernst Sindt – sorgten mit ihrem Rollator-Tanz für Lachtränen.
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Zum Hinwerfen komisch: Die „Oldies“ vom Carneval-Club Stadtgarde – Henry Reimann (von rechts), Gerhard Fissler und Ernst Sindt – sorgten mit ihrem Rollator-Tanz für Lachtränen.

Frauen genossen ein hochkarätiges Programm der CCS-Weibersitzung im Holstenhallen-Restaurant.

shz.de von
12. Januar 2015, 08:30 Uhr

Neumünster | Mit Rollatoren wackelten Henry, Gerhard und Ernst auf die Bühne, tranken Doppelherz, steppten mit dem Stock, legten mit weißem Handschuh einen Rentner-Moonwalk hin und brodelten mit einer Krücken-Luftgitarre „I want to break free“. Das rein weibliche Publikum lachte sich scheckig und feierte diese hinreißende Nummer mit der ersten Beifalls-Rakete des Abends. Bis nach Mitternacht erlebten 180 feierwütige Frauen am Freitagabend auf der fünften Weibersitzung des Carneval-Clubs Stadtgarde im Holstenhallen-Restaurant ein höchst amüsantes Programm.

Noch lange reden wird das Publikum über Tante Lilli, die mit ihrer Ein-Frau-(Mann)-Show köstlich alle wichtigen weiblichen Themen charmant durch den Kakao zog – die Frauen bogen sich bei den frechen Sprüchen über „in Jeans gekleidete Salzstangen“, das gestörte Karma im Bioladen, das Beschummeln der Waage, die „Tubberkulose“ und die anhänglichen Vanillekipferl („die Biester fallen mich an“). Auch Veganer bekamen ihr Fett weg („das sind Vegetarier im Endzustand, die essen so lange kein Fleisch, bis sie ins Gras beißen“); beim „Stringtangastringeling“ juchzten die „Weiber“ mit Lachtränen in den Augen.

Riesen-Applaus erhielten die CCS-„Eigengewächse“, allen voran Florian „Flo“ Heeschen, von Moderatorin Beate Rüchel liebevoll als „Sahneschnitte“ tituliert. Dynamisch wirbelte er knackig in futuristischem Outfit als Außerirdischer umher und wurde mit Trainerin Jessika Schmitt als Marionette umjubelt. Eine „Silverager-Sahneschnitte“ kamm dann: Henry Reimann (67) – seit Neuestem im CCS – stöckelte in knallroten High-Heels, mit Netzstrümpfen und blonder Perücke als Helene Fischer über die Bühne und eroberte die Herzen der Damen, die textsicher mitsangen. „Der war schon als Andrea Berg eine Wucht“, freute sich Maren Kohlmorgen (55) aus Großenaspe. Beate Rüchel konnte ihre Hände nicht vom Mann lassen: „Was für Beine – darf ich mal anfassen?“ Henry, dessen Frau seine Modeberaterin ist, grinste und ließ sich (harmlos) befummeln.

Traurige Momente für „Two Blonde“-Fans: Das Duo mit dem jungenhaften Charme, das Dauergast auf der Weibersitzung war, verkündete seinen Abschied. Über die Tische hüpfend, zelebrierten sie Udo Jürgens „Griechischen Wein“, ließen sich von den Fans an der Schulter massieren und wickelten alle um den Finger. Die „La-La-La“-Einlage als finale Nummer war allerdings nicht glücklich gewählt.

Männer hatten zu der Veranstaltung nur mit Perücke und verkleidet Zutritt – so auch die Truppe der KG Lübeck-Kücknitz in Cowboy-Kostümen. Als Teufel und Engel rangelte das KG-Eulenspiegel-Männerballett. Zu später Stunde verwandelten sich die Laola-Boys aus Lübeck-Rangenberg von sonnenbebrillten Men in Black in bayrische „Buam“ und ergötzten die kichernde Damenwelt im Dirndl-Dress.

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