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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 15:06 Uhr

Wieder Zeit zum Zuhören

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 23.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Seien wir ehrlich, es gab einen Moment, da drohte auch in Neumünster die Stimmung zu kippen: 6600 Menschen waren zu den Spitzenzeiten des Flüchtlingszustroms im September in der zentralen Erstaufnahmestelle am Haart untergebracht – man könnte böse auch fast sagen: eingepfercht. Und auch die Wohlgesonnensten begannen sich besorgt zu fragen: Wie lange kann das gut gehen?

Wer gestern die Chance hatte, Innenminister Stefan Studt bei seinem Rundgang durch die ehemalige Kasernenanlage zu begleiten, dem drängte sich ein anderer Eindruck auf. Von der Hektik, der in der Luft liegenden Nervosität und hitzigen Gereiztheit des Sommers ist keine Spur mehr, eher geschäftige Betriebsamkeit: Neuankommende steigen gelassen aus Bussen, werden von Helfern freundlich eingewiesen. Auf einem Platz im Hintergrund spielen Kinder im leichten Nieselregen, während sich ihre Eltern in der Erstanmeldung geduldig in die Schlange stellen. Ja, es ist immer noch voll, aber wieder menschlicher und würdiger geworden in der Kasernenunterkunft.

Einer der wichtigsten Sätze, die der Minister hören konnte, fiel eher nebenbei: „Ja, wir haben wieder etwas Luft und finden Zeit zum Zuhören“, sagte eine DRK-Betreuerin und strahlte. Wahrscheinlich, weil ihr bewusst ist, dass genau hierin der Schlüssel liegt: Zuhören. Vertrauen aufbauen. Kennenlernen. Wenn dazu die Luft bleibt, dann klappt es auch mit der Integration. – Hoffen wir, dass dazu die Luft bleibt.

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